Der Transfer an die Bettkante nach einem Schlaganfall (Hemiplegie) zielt darauf ab, den Patienten sicher aufzusetzen, um Rumpfstabilität und Kreislauf zu fördern, indem die weniger betroffene Seite genutzt wird und der Patient mit Unterstützung der Pflegekraft über die Kante gedreht wird, wobei er sich mit der gesunden Hand abstützt und die Beine aktiv zum Boden führt. Wichtig sind eine angepasste Betthöhe, die richtige Positionierung des Bettes und die Vermeidung von direktem Aufsitzen aus der Rückenlage, um den Rücken zu schonen.
Vorbereitung:
- Bett positionieren: Das Bett auf eine rückenfreundliche Höhe einstellen, Kopfteil herunterfahren, damit der Patient später aufrecht sitzt.
- Patienten positionieren: Den Patienten in Rückenlage auf die gegenüberliegende Seite der Bettkante drehen, über die er aufgesetzt werden soll, sodass das mehr betroffene Bein näher an der Pflegekraft ist.
- Kleidung/Schuhe: Schuhe anziehen für festen Stand.
- Erklärung & Sicherheit: Alles erklären, Hände des Patienten auf dem Bauch oder Oberschenkel ablegen.
Der Transfer (Beispiel: Rechte Seite mehr betroffen):
- Beine anwinkeln: Patient zieht die Knie an (Fersen Richtung Gesäß).
- Rotation zur Kante: Die Pflegekraft dreht den Oberkörper des Patienten sanft zur Bettkante, indem sie die Schulter und das Becken führt.
- Beine über die Kante: Mit dem Schwung der herabhängenden Beine, die über die Kante geführt werden, nutzt die Pflegekraft diesen Impuls, um den Oberkörper mit wenig Kraft abzuheben und in eine sitzende Position zu bringen.
- An der Kante sitzen: Der Patient sitzt nun aufrecht an der Bettkante. Das mehr betroffene Bein wird stabilisiert, die gesunde Hand stützt sich auf der Matratze ab, um das Becken anzuheben und die Sitzposition zu korrigieren.
- Fußposition: Beide Füße stehen nebeneinander auf dem Boden, mit den Oberschenkeln im 90-Grad-Winkel zum Bett.
Wichtige Prinzipien:
- Aktivierung: Den Patienten so viel wie möglich selbst machen lassen (weniger betroffene Seite nutzen).
- Sicherheit: Stürze vermeiden, Angst nehmen, Hilfsmittel wie Gurte nutzen.
- Rückenfreundlichkeit: Langsame, kontrollierte Bewegungen, auf eigene Haltung achten.
- Vertikalisierung: Ziel ist es, den Patienten schnell aufrecht zu bringen, um Kreislauf und Muskelspannung zu fördern.
Hilfsmittel: Ein Rutschbrett kann beim Transfer vom Bett in den Rollstuhl helfen.