Robotik-Therapie für Zuhause

Robotik-Therapie für Zuhause nutzt spezialisierte Roboter und Sensoren (z.B. für Arme, Hände, Beine), um Patienten nach Schlaganfall, bei neurologischen Erkrankungen oder nach Verletzungen durch spielerische, motivierende Übungen zu unterstützen, Fortschritte messbar zu machen und die Neuroplastizität zu fördern, oft als Ergänzung zur Kliniktherapie, wobei Systeme wie Bimeo oder Apps mit Tele-Therapie-Anbindung eine Heimanwendung ermöglichen, jedoch meist eine anfängliche Einweisung und begleitende Betreuung erfordern. 

Wie funktioniert es?

  • Sensoren und Aktuatoren: Leichte Sensoren (z.B. am Arm oder Bein) erfassen Bewegungen, während Roboterarme oder -schienen die Bewegung unterstützen (assistiv) oder bei mangelnder Kraft ausführen (passiv).
  • Feedback und Motivation: Visuelle Spiele auf dem Bildschirm motivieren, erhöhen die Wiederholungszahlen und passen den Schwierigkeitsgrad automatisch an den Fortschritt an.
  • Datenerfassung: Muskelkraft, Bewegungsumfang und Spastizität werden objektiv gemessen, was eine genaue Überwachung ermöglicht und Therapeuten bei der Anpassung hilft. 

Beispiele für Geräte und Ansätze

  • Bimeo (Reha-Robotics): Leichte, sensorbasierte Sensoren, die eine Heimtherapie ohne Aktuatoren ermöglichen, ideal für die Fortsetzung der Therapie nach der Klinik.
  • Timi (Modellprojekt): Ein mobiler Roboter mit Therapie-Apps, der Schlaganfallpatienten zu Hause unterstützt und per Teletherapie mit dem Therapeuten verbunden ist.
  • Geräte für Arme/Hände (z.B. GripAble): Trainieren Kraft und Präzision durch das Steuern von virtuellen Objekten mit Handbewegungen.
  • Gehroboter (Lokomat): In der Klinik zur Wiedererlangung der Gehfähigkeit, mit Gurtsystem und Laufband, oft mit virtueller Realität kombiniert.
  • Erigo Pro: Ein Roboter-Bettsystem für frühe Phasen der Rehabilitation, um stehende Bewegung zu ermöglichen. 

Wichtige Aspekte für die Heimanwendung

  • Einweisung ist entscheidend: Patienten benötigen eine gründliche Einführung durch Fachpersonal, um das Gerät sicher und effektiv zu nutzen.
  • Ergänzung, nicht Ersatz: Roboter ergänzen die klassische Therapie, indem sie Wiederholungen ermöglichen und Fortschritte messbar machen, ersetzen aber nicht die menschliche Betreuung.
  • Indikationen: Geeignet für Schlaganfall, Zerebralparese, MS, Parkinson, etc., um Neuroplastizität zu fördern und Funktionen wiederherzustellen. 

Für die Heimanwendung sind Systeme gefragt, die einfach zu kalibrieren sind (z.B. mit Klettverschlüssen) und einen sicheren, autarken Betrieb ermöglichen, um die Intensität der Therapie zu Hause zu steigern. 

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