Ein Thalamusinfarkt ist ein seltener ischämischer Schlaganfall (3–4 % aller Fälle), bei dem ein Verschluss der Blutversorgung (meist Arteria basilaris oder cerebri posterior) zum Absterben von Gewebe im Thalamus führt. Der Thalamus, als „Tor zum Bewusstsein“, führt zu schweren sensorischen Störungen, Taubheitsgefühlen, Lähmungen, Gedächtnisverlust oder dem chronischen Thalamusschmerzsyndrom.
Wichtige Fakten zum Thalamusinfarkt:
- Symptome: Variieren stark je nach Lage (anterior, paramedian, inferior), beinhalten aber oft einseitige Gefühlsstörungen (Hemihypästhesie), Lähmungen (Hemiparese), Sehstörungen (Doppelbilder), Bewusstseinsstörungen oder Sprachstörungen (thalamische Aphasie).
- Ursachen: Meist Thrombembolien, die durch Arteriosklerose entstehen.
- Therapie: Sofortige Akutbehandlung in einer Stroke Unit (Lyse, Thrombektomie) zur Wiederherstellung des Blutflusses.
- Rehabilitation: Intensivtherapie (Physio-, Ergo-, Logopädie) ist essenziell, da die Folgen (z.B. chronische Schmerzen, kognitive Einschränkungen) oft weitreichend sind.
- Prognose: Die Erholung kann Wochen bis Monate dauern, wobei in manchen Fällen Dauerschäden verbleiben.
Spezielle Syndrome:
- Déjerine-Roussy-Syndrom: Ein thalamisches Schmerzsyndrom, das durch brennende Schmerzen und Überempfindlichkeit gekennzeichnet ist.
- Paramedianer Infarkt: Kann zu starken Bewusstseinsstörungen führen.
Die Diagnose erfolgt mittels MRT oder CT, und die Therapie ist ein medizinischer Notfall, um die Funktion der betroffenen Hirnzellen zu erhalten.
