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Interferenz

In der Neurologie und Psychologie beschreibt Interferenz die Störung von Informationsverarbeitungsprozessen durch überlagernde oder konkurrierende Inhalte, was zu Gedächtnisproblemen (Vergessen) oder Verhaltensbeeinträchtigungen führt, wie z.B. bei der Störung des Gedächtnisses (neue Infos stören alte) oder der affektiven Interferenz (Angst blockiert Verhalten). Es kann auch ein Begriff für die Überlagerung elektrischer Signale sein, wie im Elektromyogramm (EMG).
In der Kognition (Gedächtnis und Kognition)
  • Definition: Eine häufige Ursache für das Vergessen, bei der sich Informationen überlagern, wenn sie ähnlich sind oder gleichzeitig verarbeitet werden.
  • Proaktive Interferenz: Bereits gelerntes Wissen stört das Lernen neuer Informationen (z.B. alte Telefonnummer stört die neue).
  • Retroaktive Interferenz: Neuere Informationen stören das Abrufen älterer Informationen.
  • Kognitive Interferenz: Störung des Denkens durch konkurrierende Inhalte. 
In der Emotion und Verhalten (Affektive Interferenz)
  • Definition: Ein angstbasiertes Paradigma, bei dem konditionierte Angst zu Verhaltensbeeinträchtigungen oder Vermeidung führt. 
In der Elektrophysiologie (EMG)
  • Interferenzmuster: Die Überlagerung der elektrischen Potentiale vieler motorischer Einheiten (PME) bei Muskelanspannung, die bei Schädigungen der Nerven (Neuropathien) gestört sein kann.
Grundprinzip (physikalisch)
  • Das grundlegende Prinzip stammt aus der Physik und beschreibt die Überlagerung von Wellen (Licht, Schall) mit Verstärkung (konstruktiv) oder Abschwächung (destruktiv). Dieses Prinzip wird metaphorisch auf Informationsprozesse übertragen.