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transkranielle Gleichstromstimulation

Die transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) ist ein nicht-invasives Verfahren, bei dem schwache Gleichströme über Elektroden auf der Kopfhaut durch das Gehirn geleitet werden, um die neuronale Aktivität zu modulieren. Sie wird hauptsächlich bei Depressionen und chronischen Schmerzen, wie Fibromyalgie, eingesetzt, kann aber auch bei Schlaganfall, Migräne und Tinnitus zur Anwendung kommen. Die Methode gilt als gut verträglich, hat aber teils heterogene Studienergebnisse.

Funktionsweise

  • Zwei Elektroden (Anode und Kathode) werden auf der Kopfhaut platziert.
  • Ein schwacher Gleichstrom (meist 1−2 mA) fließt durch das Gehirn und verändert die Erregbarkeit der Nervenzellen.
  • Die Anode erhöht die Erregbarkeit, während die Kathode sie dämpft und somit gezielt die Aktivität bestimmter Hirnareale moduliert werden kann.
Anwendungsgebiete 
  • Psychiatrie: Behandlung leichter bis mittelschwerer Depressionen, oft auch als Zusatztherapie.
  • Neurologie: Behandlung von chronischen Schmerzen, Fibromyalgie, Migräne, Tinnitus und Schlaganfall.
  • Kognitive und motorische Funktionen: Verbesserung von kognitiven und motorischen Defiziten nach einem Schlaganfall. 
Behandlungsdauer und Nebenwirkungen
  • Eine Sitzung dauert typischerweise zwischen 10 und 30 Minuten.
  • Ein Behandlungszyklus umfasst meist 15 bis 30 Sitzungen über mehrere Wochen.
  • Mögliche Nebenwirkungen sind Kribbeln, Juckreiz oder Rötungen auf der Haut sowie gelegentlich Kopfschmerzen. 
Evidenzlage
  • Die Evidenzlage ist heterogen, das heißt, die Ergebnisse klinischer Studien sind uneinheitlich.
  • Die Methode gilt als vielversprechende Zusatztherapie und hat sich bei bestimmten Anwendungen bewährt.