Mit einer Hemiplegie leben

Um mit einer Hemiplegie zu leben, konzentrieren Sie sich auf die Wiederherstellung der verlorenen Fähigkeiten durch frühzeitige Therapie und passen Sie den Alltag durch den Einsatz von Hilfsmitteln und Anpassungen an. Wichtige Schritte sind die Physiotherapie zur Kräftigung, Ergotherapie für alltägliche Aufgaben, Sprachtherapie bei Sprech- und Schluckproblemen sowie die Nutzung von Hilfsmitteln wie spezielle Bestecksets oder eine angepasste Kleidung. Das Anpassen der Wohnumgebung mit Sicherheitsvorkehrungen und die Unterstützung durch Angehörige und professionelle Helfer sind ebenfalls entscheidend. 

Therapie und Rehabilitation

  • Früh beginnen: Eine frühzeitige Rehabilitation ist entscheidend, um möglichst viele verlorene Fähigkeiten wiederzuerlangen.
  • Physiotherapie: Diese ist unerlässlich, um Beweglichkeit und Kraft wiederherzustellen. Ein Therapeut erstellt einen individuellen Trainingsplan.
  • Ergotherapie: Hilft, alltägliche Aufgaben wie Anziehen, Essen und Baden zu erlernen oder wieder auszuführen, oft unter Verwendung von Hilfsmitteln oder speziellen Techniken.
  • Logopädie (Sprachtherapie): Notwendig bei Schwierigkeiten mit dem Sprechen (Aphasie), der Artikulation oder dem Schlucken (Dysphagie). 

Anpassungen im Alltag und Hilfsmittel

  • Hilfsmittel:
    • Besteck und Geschirr: Speziell geformtes Besteck und Teller mit einer Schiebekante erleichtern das einhändige Essen.
    • Ausrüstung: Zahnspangen oder Schienen können geschwächte Muskeln unterstützen.
  • Wohnumgebung:
    • Sicherheit: Bringen Sie Haltegriffe, rutschfeste Teppiche (besser vermeiden) oder andere Sicherheitsvorkehrungen an, um Stürze zu vermeiden.
    • Anpassung: Anlehnen an ein Geländer oder eine Wand kann beim Stehen oder Treppensteigen helfen.
  • Körperhaltung:
    • Ändern Sie Körperhaltungen langsam, um Schwindel vorzubeugen.
    • Tragen Sie bequeme, unterstützende Schuhe mit Gummisohlen und niedrigen Absätzen. 

Unterstützung und psychische Aspekte

  • Anleitung zur Lagerung: Lernen Sie Techniken zur korrekten Lagerung des Körpers, um Druckstellen zu vermeiden und das Gefühl für die betroffene Seite zu verbessern.
  • Psychische Unterstützung:
    • Geben Sie dem Betroffenen nicht das Gefühl, eine Last zu sein.
    • Behalten Sie Interessen bei und fördern Sie neue Hobbys, um Resignation vorzubeugen.
  • Hilfe annehmen: Holen Sie sich Unterstützung von ambulanten Pflegediensten oder Beratung, um die Belastung für alle Beteiligten zu reduzieren. 

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