Agoraphobie nach einer neurologischen Erkrankung (z.B. Schlaganfall, MS, Epilepsie) entsteht oft durch Panikattacken, die aus Angst vor Kontrollverlust oder Schwindel an bestimmten Orten (Menschenmengen, Alleinsein) resultieren. Betroffene meiden Situationen, in denen Flucht schwierig erscheint, was den Aktionsradius stark einschränkt. Eine frühzeitige, kombinierte Behandlung aus Psychotherapie und ggf. Medikation ist entscheidend.
Wichtige Aspekte bei Agoraphobie nach neurologischen Erkrankungen:
- Ursachen: Neurologische Erkrankungen können Panikattacken auslösen, die wiederum zur Entwicklung einer Agoraphobie führen. Häufige Auslöser sind körperliche Symptome wie Schwindel, Benommenheit oder das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren.
- Symptome: Vermeidung von Menschenmengen, öffentlichen Plätzen, Reisen oder dem Alleinsein. Betroffene fürchten Situationen, aus denen eine Flucht schwer möglich ist.
- Therapie: Eine Psychotherapie, insbesondere kognitive Verhaltenstherapie, ist sehr wirksam. Frühzeitige Behandlung verbessert die Prognose erheblich.
- Diagnose: Die Abklärung durch einen Neurologen/Psychiater ist wichtig, um die Ursache (neurologisch vs. rein psychisch) zu klären.
Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keinen Arztbesuch.
Angst ist eine überlebenswichtige Emotion. Sie mahnt zur Vorsicht bei drohenden Gefahren. Ohne Angst wäre ein Überleben des Individuums und auch der Spezies Mensch nicht möglich. Bei Angststörungen kommt es aber auch in Situationen zu intensiver Angst, in denen keine eigentliche Bedrohungslage besteht. Die Angst äussert sich v.a. in körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Atemnot, Schwitzen, Hitzewallungen, einer gesteigerten Darmtätigkeit und Zittern. Daneben kommt es zu einem Gefühl des Kontrollverlustes und der Ohnmacht. Die wichtigsten Formen von Angsterkrankungen sind die Panikstörung, die Agoraphobie, die soziale Phobie und die generalisierte Angststörung.
Was sind die Ursachen von Angststörungen?
Die Entstehung einer Angststörung ist wie bei den meisten psychischen Störungen multifaktoriell, d.h. es lässt sich nicht eine einzige Ursache finden. Es kann eine genetische Vorbelastung bestehen mit gehäuften Angsterkrankungen in der Familie. Häufig nicht sicher von einer genetischen Belastung zu unterscheiden ist das erlernte Angstverhalten durch die Erziehung, wenn Mutter oder Vater an einer Angststörung leiden. Psychosoziale Belastungen aber auch organische Faktoren (internistische oder neurologische Erkrankungen) können Angsterkrankungen auslösen.
Wie werden Angststörungen abgeklärt?
Eine neuropsychiatrische Abklärung umfasst je nach Fragestellung neben dem Gespräch auch Fragebogen zur Erfassung des Schweregrades der Symptomatik, eine neurologische Untersuchung, neuropsychologische Tests und elektrophysiologische Untersuchungen. Bei Angststörungen ermöglicht eine Hirnstromkurve (EEG) – welche während der Durchführung eines Konzentrationstests abgeleitet wird -, eine passende Behandlungsempfehlung zu machen.
