Modulation der Neuroplastizität

Die Modulation der Neuroplastizität bezeichnet die gezielte Beeinflussung der strukturellen und funktionellen Anpassungsfähigkeit des Gehirns, um neuronale Netzwerke zu reorganisieren und Heilungsprozesse, wie nach Schlaganfällen, zu fördern. Dies geschieht durch intensives Training (Physio-, Ergo-, Logopädie), kognitive Herausforderungen, neurowissenschaftliche Ansätze wie Hirnstimulation (TMS, tDCS) oder pharmakologische Interventionen.  Wichtige Ansätze zur Modulation der Neuroplastizität: Die Modulation der Neuroplastizität … Weiterlesen

Mobilisation einer Person mit Halbseitenlähmung (Hemiparese/-plegie)

Die Mobilisation einer Person mit Halbseitenlähmung (Hemiparese/-plegie) zielt darauf ab, die Selbstständigkeit durch frühe Aktivierung, oft nach dem Bobath-Konzept, zu fördern. Schlüsselelemente sind die Einbindung der betroffenen Seite, Sitzübungen an der Bettkante, korrektes Aufstehen über die betroffene Seite und die Nutzung von Hilfsmitteln. Sicherheitsaspekte (festes Schuhwerk, Sturzprophylaxe) stehen im Vordergrund.  Grundprinzipien der Mobilisation  Schritt-für-Schritt: Aufsetzen … Weiterlesen

Repetitive periphere Magnetstimulation

Die repetitive periphere Magnetstimulation (rPMS) ist ein nicht-invasives Verfahren, das durch starke Magnetfelder periphere Muskeln und Nerven stimuliert, um motorische Funktionen nach einem Schlaganfall zu verbessern. Sie wird zur Reduzierung von Spastik und Förderung der Arm-/Handfunktion eingesetzt, wobei Studien jedoch noch begrenzte Evidenz zur generellen Wirksamkeit zeigen.  Wichtige Aspekte der rPMS nach Schlaganfall: Unterschied zur rTMS (Transkranielle Magnetstimulation):Während … Weiterlesen

Neuroathletik

Klingt nach Science-Fiction, ist aber Trainingsrealität: mit gezielten Übungen dein Gehirn so trainieren, dass sich deine Beweglichkeit verbessert, Schmerzen nachlassen, deine Reaktionszeit kürzer wird – und sogar deine Augen fitter werden. Doch genau das verspricht Neuroathletik. Was als Geheimtipp im Leistungssport begann, wird inzwischen auch im Alltag, in der Therapie und im Gesundheitstraining genutzt. Erfahre … Weiterlesen

Neuropsychologie

Die Neuropsychologie ist ein interdisziplinäres Teilgebiet der Psychologie und Neurowissenschaften, das den Zusammenhang zwischen Hirnfunktionen (Struktur/Physiologie) und menschlichem Erleben, Denken und Verhalten erforscht. Sie diagnostiziert und behandelt kognitive, emotionale und verhaltensbezogene Störungen, die durch Hirnschädigungen (Schlaganfall, Unfall, Tumor, Demenz) verursacht werden.  Kernbereiche der Neuropsychologie: Neuropsychologen sind spezialisierte Psychologen oder Ärzte, die mit Disziplinen wie Neurologie, … Weiterlesen

Antriebslosigkeit nach Schlaganfall

Antriebslosigkeit, oft in Form von Post-Stroke Fatigue (PSF) oder Depression, ist eine häufige Folge nach einem Schlaganfall. Sie resultiert aus erhöhtem Energiebedarf des Gehirns zur Reparatur, körperlichen/kognitiven Schäden oder psychischer Überlastung. Etwa jeder Dritte ist betroffen, wobei Symptome wie tiefe Erschöpfung, Interessensverlust und Müdigkeit oft monatelang anhalten.  Ursachen und Hintergründe Symptome der Antriebslosigkeit Umgang und Hilfsmöglichkeiten … Weiterlesen

Mentale Stärke nach Schlaganfall aufbauen

Mentale Stärke nach einem Schlaganfall aufzubauen erfordert Geduld, da Depressionen (bei ca. 1/3 der Betroffenen), Ängste, Antriebslosigkeit und Wesensveränderungen häufige Folgen sind. Professionelle Hilfe durch Neurologen und Psychologen ist essenziell, um durch Therapien wie kognitive Verhaltenstherapie, Achtsamkeit oder Medikamente die psychische Gesundheit zu stabilisieren.  Wichtige Schritte zur mentalen Stärkung: Der Prozess der mentalen Bewältigung ist oft langwierig, aber viele Persönlichkeitsveränderungen … Weiterlesen

Spitzfuß (Pes equinus) nach Schlaganfall

Ein Spitzfuß (Pes equinus) nach Schlaganfall ist eine häufige, meist spastikbedingte Fehlstellung, bei der der Fuß durch erhöhte Wadenmuskelspannung dauerhaft nach unten gestreckt ist. Er führt zu Gangstörungen, Stolpergefahr, Schmerzen und kann zu Kontrakturen (irreversible Verkürzung) führen. Die Therapie umfasst Physiotherapie, Botox-Injektionen, Orthesen und ggf. Operationen.  Ursachen und Erscheinungsbild Behandlungsmöglichkeiten Frühzeitige therapeutische Maßnahmen sind entscheidend, um … Weiterlesen

Angst vor Stürzen nach einem Schlaganfall

Angst vor Stürzen nach einem Schlaganfall ist weit verbreitet, kann aber durch schrittweises Training, gezielte Physiotherapie und psychologische Unterstützung überwunden werden. Wichtig sind der Wiederaufbau von Selbstvertrauen durch kleine Erfolge, der Einsatz von Hilfsmitteln und das schrittweise Wiederaufnehmen von Alltagsaktivitäten.  Strategien zur Überwindung der Angst vor Stürzen: Es ist wichtig, trotz Angst aktiv zu bleiben und den … Weiterlesen

Neuropathie nach dem Schlaganfall

Schmerzen verstehen und behandeln. Eine nach einem Schlaganfall auftretende Neuropathie kann schwierig zu diagnostizieren sein, glücklicherweise gibt es jedoch Möglichkeiten zur Behandlung. Bevor Sie eine Behandlung in Betracht ziehen, ist es wichtig, die verschiedenen Arten einer schlaganfallbedingten Neuropathie zu verstehen. Kann ein Schlaganfall zu einer Neuropathie führen? Viele Patienten fragen sich, ob ihr Schlaganfall eine … Weiterlesen

Epilepsie-Anfallsformen

Man unterscheidet zwei Hauptformen epileptischer Anfälle, den generalisierten und den fokalen Anfall. Ein generalisierter Anfall liegt vor, wenn von Anfang an das ganze Gehirn von Entladungen der Nervenzellen erfasst wird. Finden die Entladungen nur an einem Ort im Gehirn statt, dem so genannten Herd oder Fokus, so spricht man von einem fokalen Anfall. Breiten sich die … Weiterlesen

Thalamusinfarkt

Ein Thalamusinfarkt ist ein seltener ischämischer Schlaganfall (3–4 % aller Fälle), bei dem ein Verschluss der Blutversorgung (meist Arteria basilaris oder cerebri posterior) zum Absterben von Gewebe im Thalamus führt. Der Thalamus, als „Tor zum Bewusstsein“, führt zu schweren sensorischen Störungen, Taubheitsgefühlen, Lähmungen, Gedächtnisverlust oder dem chronischen Thalamusschmerzsyndrom.  Wichtige Fakten zum Thalamusinfarkt: Spezielle Syndrome: Die Diagnose erfolgt … Weiterlesen

Neurodynamik – Nervenmobilisation

Nervenmobilisation (auch funktionelle Neurodynamik genannt) ist eine Physiotherapie-Technik, die Nerven wieder beweglicher macht, indem sie Verklebungen löst und die Gleitfähigkeit verbessert, was Schmerzen, Taubheit oder Kribbeln bei eingeklemmten oder gereizten Nerven reduziert. Durch spezielle, langsame Bewegungen wird der Nerv kontrolliert gedehnt, um seine Elastizität und Durchblutung zu fördern und dem Gehirn zu signalisieren, dass keine Gefahr … Weiterlesen

Hirnaneurysma

Ein zerebrales Aneurysma ist eine sackartige Ausstülpung eines Hirngefässes. Eine solche Gefässschwäche kann sowohl angeboren als auch erworben sein. Reisst die dünnhäutige Wand und das Aneurysma platzt, kann es zu einer gefährlichen Blutung in die Hirnwasserräume kommen (Subarachnoidalblutung).  Jährlich erleiden in der Schweiz bis zu 700 Personen eine solche Blutung. Ohne eine Behandlung sterben ca. … Weiterlesen

Blutwerte und ihre Abkürzungen: So lesen Sie die Laborwerte

Was sagen die Blutwerte über Ihre Gesundheit aus, welche Normbereiche gibt es? Egal, ob Sie zu einer Routine- oder Vorsorgeuntersuchung eine Arztpraxis aufsuchen oder wegen akuter Beschwerden: Häufig misst der Arzt dann zunächst Ihren Blutdruck  nimmt Ihnen dann Blut ab und lässt davon Laborwerte ermitteln. Diese Blutwerte geben Aufschluss über bestimmte Krankheiten sowie in speziellen Fällen … Weiterlesen

Schädel-Hirn-Trauma

Das Schädel-Hirn-Trauma, auch Commotio cerebri genannt, bezeichnet eine Verletzung oder Schädigung des Hirns infolge eines Schlages oder heftigen Stosses auf den Kopf. Eine Gehirnerschütterung ist die leichteste Form eines Schädel-Hirn-Traumas. Definition Schädel-Hirn-Trauma Das Hirn ist durch den Schädelknochen eigentlich gut geschützt. Trotzdem kann es bei heftiger Gewalteinwirkung auf den Kopf zu einer Schädigung des Hirns … Weiterlesen

Wallenberg-Syndrom

Das Wallenberg-Syndrom (dorsolaterales Medulla-oblongata-Syndrom) ist ein spezifischer Hirnstamminfarkt, meist verursacht durch Verschluss der Arteria vertebralis oder PICA. Es ist eine seltene Form des Schlaganfalls, charakterisiert durch akuten Schwindel, Schluckstörungen (Dysphagie), Heiserkeit, Horner-Syndrom, Nystagmus und Rumpfataxie. Typisch sind gekreuzte Sensibilitätsstörungen: Temperatur-/Schmerzverlust im Gesicht ipsilateral, am Körper kontralateral.  Hauptmerkmale und Symptome Ursachen und Diagnose Therapie und Prognose Das … Weiterlesen

Alltagsorientierte Training (AOT)

Das Alltagsorientierte Training (AOT) ist eine handlungsorientierte Rehabilitationsmethode, die darauf abzielt, die Selbstständigkeit von Patienten durch das Üben realer Alltagssituationen (z. B. Einkaufen, Busfahren, Kochen) zu steigern. Es fördert den Transfer von in der Therapie erlernten Fähigkeiten in das häusliche und soziale Umfeld.  Kernmerkmale und Ziele: Das AOT wird typischerweise von Ergotherapeuten durchgeführt und kann … Weiterlesen

Richtig Handeln bei Schlaganfall

Bei Verdacht auf einen Schlaganfall zählt jede Minute – “Time is Brain”. Rufen Sie sofort den Notruf 112 (bzw. 144 in der Schweiz). Symptome wie plötzliche Lähmungen, Sprachstörungen oder ein hängender Mundwinkel sind Alarmsignale. Beruhigen Sie den Betroffenen, lagern Sie ihn mit leicht erhöhtem Oberkörper und geben Sie ihm keine Nahrung oder Medikamente.  Schlaganfall richtig erkennen (BEFAST-Test) Handlungsanweisungen nach … Weiterlesen

Stabile Seitenlage

Bewusstlosigkeit und ausreichende Atmung Das Anatmen von Fremdkörpern in die Atemwege ist eine Gefahr bei fehlenden Schutzreflexen. Schutzreflexe bewirken z.B. den unwillkürlichen Husten beim Verschlucken. Mit zunehmender Bewusstlosigkeit verschwinden diese Reflexe, so dass z.B. Speisereste im Mundraum, Mageninhalt beim Erbrechen, Blut bei Mundblutungen oder Nasenbluten in die Atemwege gelangen können, und nicht von dort weggehustet … Weiterlesen