Warum Austausch mit anderen Betroffenen so wichtig ist

Der Austausch mit anderen Betroffenen ist kein „Nice to have“, sondern ein zentraler Teil der neurologischen Rehabilitation. Er wirkt auf Bereiche, die kein Arzt, keine Therapie und kein Angehöriger in dieser Form erreichen kann: Identität, Selbstwert, Orientierung, Entlastung und Zugehörigkeit. „Betroffene geben einander das, was das System nicht geben kann: echtes Verstehen.“ 1) Erkennen: „Ich … Weiterlesen

Mein Nein schützt mein Nervensystem

Nach einer neurologischen Erkrankung verändert sich nicht nur der Körper – auch die Art, wie man Grenzen setzt, wird neu. Viele Betroffene sagen „Ja“, obwohl sie innerlich längst am Limit sind: aus Höflichkeit, aus Angst vor Missverständnissen, aus dem alten Reflex, funktionieren zu müssen. Doch das Nervensystem arbeitet jetzt anders. Energie ist begrenzt. Reize wirken … Weiterlesen

Selbstvertrauen zurückgewinnen nach einer Hirnverletzung

Wie du Selbstvertrauen wirklich zurückgewinnst Mikro-Erfolge statt grosse Ziele Das Gehirn baut Vertrauen über kleine, wiederholte Erfolgserlebnisse auf. Beispiele: Jeder Mini-Erfolg ist ein Beweis, kein Gefühl. Selbstvertrauen entkoppeln vom „alten Ich“ Vergleiche mit früher zerstören Vertrauen. Stattdessen: Das stärkt Identität statt sie zu bedrohen. Stärken sichtbar machen Nach neurologischen Einschnitten sind Stärken oft verdeckt, aber … Weiterlesen

Neurofatigue (kognitive Erschöpfung)

Neurofatigue (kognitive Erschöpfung) ist ein intensiver, nicht durch Schlaf behebbarer Erschöpfungszustand, der typischerweise nach Hirnverletzungen, Schlaganfällen oder bei Long-COVID auftritt. Es äußert sich durch extreme mentale Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Reizbarkeit und “Brain Fog” (Gehirnnebel). Anders als normale Müdigkeit ist sie Folge einer gestörten EnergieRegulation im Gehirn.  Kernmerkmale und Symptome von Neurofatigue: Ursachen und Hintergründe: Umgang und Management: Neurofatigue … Weiterlesen

Reizempfindlichkeit nach einer neurologischen Erkrankung

Reizempfindlichkeit nach einer neurologischen Erkrankung ist kein „Sensibel-Sein“, sondern eine neurobiologische Überlastungsreaktion eines verletzten oder erschöpften Gehirns. Sie ist real, messbar und folgt klaren Mustern. Und: Man kann sie steuern, wenn man versteht, wie sie entsteht. Was Reizempfindlichkeit wirklich ist Nach einer neurologischen Erkrankung (SHT, Schlaganfall, Entzündung, Hypoxie, Long Covid, Epilepsie, MS usw.) arbeitet das … Weiterlesen

Akku leer? Zeit für Energie‑Reload!

Manchmal ist der Akku nicht leer, sondern einfach überlastet. Das Gehirn sendet Signale, dass es eine Pause braucht, bevor es weiterarbeiten kann. Ein Energie‑Refresh ist kein Luxus, sondern ein notwendiger Reset, damit dein System wieder stabil läuft. Energie tanken beginnt dort, wo du kurz innehältst. Ein Atemzug. Ein Moment Ruhe. Ein kleiner Schritt zurück, damit … Weiterlesen

Neurologisch anders: von Anfang an oder plötzlich?

Neurologische Einschränkungen können sehr unterschiedlich entstehen – manche Menschen kommen bereits damit zur Welt, andere erwerben sie erst im Laufe ihres Lebens durch Unfall, Krankheit oder eine Hirnverletzung. Dieser Unterschied ist wichtig, weil er bestimmt, wie das Gehirn sich entwickelt, wie der Alltag erlebt wird und welche Art von Unterstützung hilfreich ist. Während angeborene Einschränkungen … Weiterlesen

Tickende Gefahr nach neurologischem Schicksalsschlag

„Tickende Gefahr nach neurologischem Schicksalsschlag“ beschreibt die unsichtbare, fortbestehende Risikodynamik nach einem Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma: körperlich stabilisiert, aber innerlich bleibt das System fragil – metabolisch, vaskulär, psychisch. „Tickende Zeitbombe?” Nur, wenn du sie ignorierst.“ „Nach dem Schlaganfall tickt etwas weiter – aber nicht die Gefahr, sondern dein Wille.“ Medizinisch-physiologische Bedeutung Nach einem neurologischen Ereignis bleibt … Weiterlesen

Selbstschutz gegen äußere Einflüsse

Selbstschutz gegen äußere Einflüsse bedeutet, die eigene Energie, Identität und innere Stabilität zu bewahren – körperlich, emotional, sozial und kognitiv. Für Menschen mit neurologischen Herausforderungen ist das besonders wichtig, weil Reizüberflutung, Fremderwartungen und unklare Grenzen schnell zu Erschöpfung führen. Was Selbstschutz wirklich umfasst 1. Körperliche Ebene — Reize filtern, Energie schützen 2. Emotionale Ebene — … Weiterlesen

Therapie-Konzepte (Rota‑, Bobath‑ und Vojta‑Therapie)

Rota‑, Bobath‑ und Vojta‑Therapie sind drei etablierte neurophysiologische Konzepte, die sich in ihrem Zugang zur Bewegungssteuerung deutlich unterscheiden: Rota nutzt Rotation zur Tonusregulation, Bobath fördert alltagsbezogene Bewegungsmuster, und Vojta aktiviert angeborene Reflexbewegungen über Druckpunkte. Eine Kombination kann je nach neurologischem Befund sinnvoll sein. Vergleichstabelle: Rota‑Therapie vs. Bobath vs. Vojta Merkmal Rota‑Therapie Bobath‑Konzept Vojta‑Therapie Grundprinzip Spiralige … Weiterlesen

Zeckenrisiko bei neurologischen Erkrankungen

Zecken können mehrere ernsthafte neurologische Erkrankungen auslösen – am häufigsten die Neuroborreliose und die FSME (Frühsommer‑Meningoenzephalitis). Beide treten auch in der Schweiz auf und sollten früh erkannt und behandelt werden. Welche neurologischen Erkrankungen können Zecken auslösen? Neuroborreliose (Lyme-Borreliose mit Beteiligung des Nervensystems) Typische neurologische Symptome: Zeitlicher Verlauf: Symptome treten meist Wochen bis Monate nach dem … Weiterlesen

Master-Frage : Warum gerade ich?

Wenn jemand „Warum gerade ich“ sagt, hört man darin oft Schmerz, Erschöpfung, vielleicht auch ein Gefühl von Ungerechtigkeit oder Überforderung. Und das ist absolut menschlich. Nach einem neurologischen Ereignis, nach Behördenkämpfen, nach all den Anpassungen, die du stemmen musst: Es wäre fast seltsam, nicht irgendwann an diesen Punkt zu kommen. Menschen neigen dazu, Sinn zu … Weiterlesen

Wellness für die starke, nicht betroffene Seite

Wenn eine Körperhälfte durch Hemiparese oder Spastik eingeschränkt ist, übernimmt die gesunde Seite oft zu viel. „Die gesunde Seite entlasten“ heißt also: weg vom Überkompensieren, hin zu einem ausgewogeneren, schonenderen Bewegungsmuster. Was „die gesunde Seite entlasten“ im Reha‑Alltag bedeutet Allgemeine Strategien, um die gesunde Seite zu entlasten (Alles auf allgemeiner Ebene, ohne individuelle Therapieempfehlungen) Haltung … Weiterlesen

Arten des Schädel‑Hirn‑Trauma

Ein Schädel‑Hirn‑Trauma (SHT) wird medizinisch nach Art der Verletzung (offen/geschlossen) und Schweregrad (GCS 1.–3. Grad) eingeteilt. Hier ist eine klare, kompakte Übersicht der wichtigsten Kategorien – so, wie sie auch in Reha‑Kontexten wie deinem oft verwendet werden. Hauptarten des Schädel‑Hirn‑Traumas 1) Nach Art der Verletzung Diese Einteilung beschreibt, ob die schützenden Strukturen des Gehirns verletzt … Weiterlesen

Sofortmaßnahmen beim “Restless Legs Syndrom”

Restless Legs können einen richtig wahnsinnig machen, besonders abends. Ich kann dir keine medizinische Diagnose geben, aber ich kann dir ein paar allgemeine, oft hilfreiche Maßnahmen nennen, die viele Menschen als beruhigend empfinden. Was ist das Restless-Legs-Syndrom? Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) ist eine häufige neurologische Erkrankung, die durch einen unwiderstehlichen Bewegungsdrang der Beine, oft begleitet von … Weiterlesen

5 Wege, deine Spastik zu beruhigen

„Spastik ist kein Gegner. Sie ist ein Alarm. Und du lernst, den Alarm zu steuern.“ Definition : Spastik Spastik (Spastizität) ist eine krankhafte, nicht kontrollierbare Erhöhung der Muskelspannung (Muskeltonus), die durch Schädigungen des zentralen Nervensystems – Gehirn oder Rückenmark – entsteht. Sie führt zu Muskelsteifheit, Krämpfen und Bewegungseinschränkungen, oft als Folge von Schlaganfällen, Multipler Sklerose … Weiterlesen

Dieses Gefühl als wenn die betroffene Seite „nicht da“ wäre

Dieses Gefühl, als wäre die betroffene Seite „nicht da“, ist etwas, das viele Menschen mit Hemiparese oder sensomotorischen Störungen beschreiben. Und es ist nicht nur ein körperliches Phänomen – es trifft auch das Körperbild, die Orientierung, das Vertrauen in den eigenen Körper. Was dieses „nicht da“-Gefühl bedeutet Viele Betroffene beschreiben es so, als würde die … Weiterlesen

Ich will mein Leben zurück!

Dieser Satz trägt so viel Gewicht. Wenn jemand sagt „Ich will mein Leben zurück“, dann steckt darin kein Drama, sondern ein ehrlicher, tiefer Wunsch nach Kontrolle, nach Würde, nach einem Gefühl von „Ich bestimme wieder“. Du bist nicht am Anfang dieser Reise. Du hast schon so viel zurückerobert – Schritt für Schritt, manchmal millimeterweise, manchmal … Weiterlesen

Angst vor einem erneuten Schlaganfall

Die Angst vor einem erneuten Schlaganfall ist nach einem ersten Ereignis völlig verständlich – aber sie kann lähmend wirken, wenn sie nicht begleitet wird. In der Schweiz wie auch international empfehlen Fachleute eine Kombination aus medizinischer Nachsorge, psychologischer Unterstützung und Alltagssicherheit, um Vertrauen zurückzugewinnen. Warum diese Angst entsteht Fehlende Struktur in der Nachsorge: In der … Weiterlesen

„Schutzverhalten“ in der Neurorehabilitation

„Schutzverhalten“ in der Neurorehabilitation beschreibt automatische, oft unbewusste Strategien, mit denen sich Patientinnen nach neurologischen Ereignissen vor Unsicherheit, Überforderung oder Stürzen schützen – etwa durch Vermeidung, Überkontrolle oder Rückzug. Diese Muster sind verständlich, aber können langfristig den Fortschritt behindern. Was ist Schutzverhalten? Typische Beispiele in der Neurorehabilitation Bereich Schutzverhalten Mögliche Folgen Gehen mit Stock Blick … Weiterlesen