Schulter-Arm-Syndrom

Unter dem Schulter-Arm-Syndrom (oder auch: Zervikobrachialgie) versteht man einen Komplex an unterschiedlichen Symptomen rund um Nacken, Schultern und Arme. Verschiedene Ursachen können die Beschwerden auslösen, aber häufig stecken erhöhte muskulär-fasziale Spannungen dahinter.

Die wichtigste Übung zum Nachlesen

Führe die Übung zunächst am betroffenen Arm durch. Wenn du nach einiger Zeit das Gefühl hast, beide Arme sind ähnlich gut gedehnt, integriere auch den anderen Arm.

Stelle dich ganz dicht vor eine Wand. Strecke deinen rechten Arm in Schulterhöhe aus und lege ihn ausgestreckt an der Wand ab.

Wichtig ist, dass deine rechte Schulter dabei direkten Kontakt zur Wand hat. Falls das nicht funktioniert, kannst du deinen Arm etwas tiefer an der Wand platzieren.

Lasse deinen Schulterbereich eng an der Wand und drehe den Oberkörper langsam weiter nach links, um eine intensive Dehnung in der rechten Schulter zu erzeugen. Halte diese Position für 30 Sekunden.

  • Gegenspannung: Drücke jetzt deinen rechten Arm 10 Sekunden lang mit voller Kraft gegen die Wand. Dabei versuchst du dich mit dem Oberkörper noch weiter nach links von der Wand wegzudrehen. So kräftigst du die Muskulatur, die gerade auch gedehnt wird.
  • Aktive Dehnung: Bleibe in deiner Ausgangsposition und stelle dir nun vor, dass du deinen rechten Arm von der Wand lösen möchtest, um ihn aus der eigenen Muskelkraft kurz vor der Wand zu halten. Im Normalfall wird dir dies nicht oder nur minimal gelingen, da die Dehnung in der Schulter die entsprechende Bewegung erschwert.
  • Löse diese Spannung nach 10 Sekunden, lege den Arm wieder an die Wand und rotiere noch ein kleines Stück weiter nach links mit dem Oberkörper.

Aufbau von Schulter und Schultergelenk

Wie kein anderes Gelenk des Körpers ist deine Schulter auf maximale Beweglichkeit ausgerichtet: 3 Gelenke, umgeben von Muskulatur zur Stabilisierung, ermöglichen die Beweglichkeit des Arms in fast alle Richtungen.

Gelenke der Schulter

  • Hauptgelenk (Humeroscapulargelenk): Dieses verankert den Oberarmknochen (Humerus) im Schulterblatt (Scapula). Der Kopf des Oberarmknochens hat in der kleinen Gelenkpfanne einen enormen Spielraum, der deinem Arm größtmögliche Bewegungs-Freiheit garantiert. Gleichzeitig macht diese flexible Aufhängung das gesamte System sehr störungsanfällig.
  • Ganz oben am Schulterblatt liegt das Schultereck-Gelenk, das aus Schulterdach und Schlüsselbein gebildet wird.
  • Am Brustbein sitzt außerdem das Brustbein-Schlüsselbein-Gelenk.

Neben den Knochen gehören zur Schulter

  • Faszien, das elastische Bindegewebe, das alles miteinander verbindet und allen Muskeln Form gibt,
  • Muskeln und Sehnen, die Bewegungen der Arme initiieren und
  • Schleimbeutel, die Druck abpuffern und bei Bedarf sogar ihre Größe anpassen können.

Die Komplexität der Schulter ist gleichzeitig auch ihr Schwachpunkt: Muskuläre Dysbalancen oder erhöhte Spannungen im Bindegewebe können auf Dauer Druck erzeugen. Dadurch können beispielsweise Sehnen, die durch knöcherne Engstellen verlaufen, gereizt werden und sich schmerzhaft entzünden. Degenerative Erkrankungen kommen häufig in der Schulter vor.

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