Die Gewichtsverlagerung, auch "Gewichtsbelastung" genannt, ist eine wichtige Technik in der Schlaganfall-Reha, um die Körperwahrnehmung (Propriozeption) zu verbessern und Bewegungen im betroffenen Arm zu aktivieren, indem man sich sanft auf ihn stützt oder ihn leicht belastet, um das Gehirn an die Armposition zu erinnern.
Übungen umfassen das bewusste Verlagern des Oberkörpers und Lehnen auf den Arm, um die Muskulatur zu reaktivieren und die Bewegungsfähigkeit zu fördern. Dabei muss man auf die Schwere der Lähmung achten, da bei Spastik eine Überdehnung oder falsche Belastung vermieden werden muss.
Übungen zur Gewichtsverlagerung:
Lehnen aus dem Sitzen: Sitzen Sie auf einem Stuhl. Platzieren Sie den betroffenen Arm etwas vom Körper entfernt. Verlagern Sie Ihr Gewicht sanft zur Seite des betroffenen Arms, bis Sie eine leichte Dehnung spüren. Halten Sie kurz und kehren Sie zur Mitte zurück (6-mal wiederholen, abwechselnd).
Propriozeptive Reize: Das bewusste Belasten des Arms (z.B. durch Abstützen) gibt dem Gehirn wichtige Informationen über die Position und Bewegung des Arms.
Unterstützung bei Schlaffheit: Bei einer schlaffen Lähmung kann eine Schlinge oder Kissen unter dem Arm helfen, eine Überdehnung der Schulter zu verhindern, bis Gewichtsbelastung sicher möglich ist.
Wichtige Hinweise:
Rehabilitation: Physiotherapie, Ergotherapie und oft auch robotergestützte Therapien (z.B. mit Gewichtsentlastungssystemen wie dem ArmeoSpring) unterstützen diesen Prozess.
Spastik: Wenn Spastik (erhöhte Muskelspannung) vorliegt, kann zu schnelle oder starke Dehnung die Symptome verstärken. Bei Schmerzen oder starker Verkrampfung sollten Sie die Übung sofort abbrechen und mit dem Therapeuten sprechen.
Ziel: Ziel ist es, die Funktion zu verbessern, die Koordination und die Körperwahrnehmung wiederherzustellen.
Wichtig: Jede Übung sollte unter fachkundiger Anleitung eines Physiotherapeuten oder Arztes erlernt und an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden, um die Genesung optimal zu unterstützen.