Beckenbodentraining nach einem Schlaganfall

Neurologische Erkrankungen wie Parkinson, Multiple Sklerose und Schlaganfall können erhebliche Auswirkungen auf die Kontrolle von Blase und Darm haben.

Diese Funktionsstörungen sind häufig und beeinträchtigen das tägliche Leben stark.

Gezielt eingesetzte Therapieansätze bieten jedoch wirksame Unterstützung.

Anatomie und Funktion des Beckenbodens

Der Beckenboden ist eine muskuläre Struktur, die das Becken stützt und eine zentrale Rolle in der Kontrolle von Blase und Darm spielt. Diese Muskeln sind entscheidend für die willentliche Steuerung von Urin- und Stuhlentleerung. Bei neurologischen Erkrankungen kann diese Steuerung beeinträchtigt sein, was zu verschiedenen Funktionsstörungen führt.

Beckenbodentraining nach einem Schlaganfall zielt auf die Stärkung der Muskulatur und Verbesserung der Blasen-/Darmkontrolle ab, oft durch gezielte An- und Entspannungsübungen (z.B. “Brücke“, “Katze-Kuh“) sowie durch das Erlernen bewusster Ansteuerung beim Atmen, was besonders bei neurologisch bedingten Inkontinenzproblemen hilft und die Lebensqualität steigert. Wichtig sind eine korrekte Körperhaltung, das Einbeziehen des Atems (Entspannung beim Einatmen, Anspannung beim Ausatmen) und ergänzende Techniken wie Atemtherapie oder Elektrostimulation, immer in Absprache mit Physiotherapeuten und Ärzten, da die Effektivität von kognitiven und motorischen Fähigkeiten abhängt. 

Grundprinzipien & Übungen:

  • Bewusste Anspannung: Spüren Sie die Muskulatur, die Harnröhre und den After verschliessen, während Sie ausatmen.
  • Atem-Koordination: Entspannen Sie den Beckenboden beim Einatmen und spannen Sie ihn beim Ausatmen an.
  • Brücken-Übung (Beckenheben): In Rückenlage mit angewinkelten Beinen das Becken anheben, dabei den Beckenboden anspannen und langsam wieder absenken.
  • Kräftigung im Sitzen: Auf einem Stuhl entspannt sitzen, beim Ausatmen den Beckenboden anspannen (ca. 5-8 Sek. halten), dann entspannen.
  • Katze-Kuh (Vierfüsslerstand): Beim Einatmen Hohlkreuz, beim Ausatmen Buckel machen und dabei den Beckenboden entspannen. 

Zusätzliche Maßnahmen & Alltagstipps:

  • Haltung: Achten Sie auf eine aufrechte Körperhaltung im Alltag.
  • Bewegung: Integrieren Sie leichte Aktivitäten wie Spazierengehen.
  • Trigger vermeiden: Schüttelbelastungen wie Joggen vermeiden.
  • Atemtechniken: Entspannungs- und Atemübungen beruhigen das Nervensystem.
  • Elektrostimulation: Kann bei schwacher Muskulatur helfen, die Muskeln zu aktivieren. 

Wichtiger Hinweis:

  • Ärztliche Rücksprache: Besprechen Sie Ihr Training unbedingt mit Ihrem Arzt oder Physiotherapeuten, da die Übungen an Ihre spezifischen Einschränkungen nach dem Schlaganfall angepasst werden müssen.
  • Geduld & Regelmässigkeit: Konstantes Training, auch in kurzen Einheiten, ist entscheidend für den Erfolg. 

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