Das Training eines schwer vom Schlaganfall betroffenen Beins zielt darauf ab, die neuronale Verbindung wiederherzustellen, Kraft aufzubauen und Spastiken zu lösen. Es erfordert Geduld, häufige Wiederholungen und oft anfangs passive Unterstützung durch Physiotherapie, um Gangbild, Stabilität und die Selbstständigkeit im Alltag zu verbessern.
Wichtige Grundsätze für das Beintraining:
- Früh beginnen: Schnellste Fortschritte finden in den ersten 3 Monaten statt, aber Training ist auch später essenziell.
- Häufigkeit vor Intensität: Lieber mehrmals täglich kurze Einheiten als einmal lange.
- Neuroplastizität: Das Gehirn lernt durch Wiederholung, auch wenn das Bein nicht aktiv bewegt werden kann.
- Sicherheit: Übungen im Sitzen, Liegen oder im gesicherten Stand (Handlauf) durchführen, um Stürze zu vermeiden.
Übungen für das betroffene Bein:
- Marschieren im Sitzen (Aktivierung): Aufrecht hinsetzen, das betroffene Bein kontrolliert anheben (Richtung Brust) und wieder absetzen. Kann anfangs passiv unterstützt werden.
- Aufstehübung (Kraft): Mit Füßen hinter den Knien langsam aufstehen und kontrolliert absetzen. Das langsame Setzen trainiert die wichtige exzentrische Muskelaktivität.
- Beinpresse/Rückenlage: In Rückenlage das Bein Richtung Gesäß ziehen (Ferse bleibt auf dem Boden) und wieder ausstrecken.
- Fußheberschwäche trainieren: Im Sitzen oder Liegen versuchen, den Fuß bewusst Richtung Schienbein zu ziehen (Dorsiflexion).
- Gleichgewicht und Stabilität: Im sicheren Halt (Tisch/Barren) das Gewicht auf das betroffene Bein verlagern.
- Wadenheben/Hüpfversuche: Im Unterarmstütz das betroffene Bein belasten, versuchen, die Ferse zu heben, oder kleine Hüpfbewegungen (wenn möglich) ausführen.
Wichtige Hinweise:
- Spastik beachten: Wenn das Bein steif ist, helfen Dehnübungen und Wärmeanwendungen vor dem Krafttraining.
- Spiegeltherapie: Kann helfen, wenn die Bewegung noch gar nicht angesteuert werden kann.
- Professionelle Anleitung: Ein Physiotherapeut sollte die Übungen an das individuelle Leistungsniveau anpassen.
Hinweis: Diese Informationen ersetzen keinen ärztlichen Rat oder physiotherapeutische Behandlung.