Unser Gehirn ist was es isst!

Der Satz „Das Gehirn isst mit“ bedeutet, dass das Gehirn nicht nur Kalorien verbraucht, sondern aktiv an der Steuerung unserer Nahrungsaufnahme beteiligt ist, indem es Signale vom Darm empfängt, Belohnungszentren aktiviert und durch Hormone wie Dopamin die Lust auf bestimmte Lebensmittel beeinflusst, was bei stark verarbeiteter Nahrung oft zu Überkonsum führt.

Die enge Darm-Hirn-Achse kommuniziert ständig über Nerven (Vagusnerv) und Hormone, wobei Hunger und Sättigung durch diese komplexen Signale gesteuert werden, aber Sättigungssignale oft schwächer sind als Hunger. 

So „isst“ das Gehirn mit:

  • Informationsaustausch: Der Darm sendet Signale über Zucker, Fett und Nährstoffe an das Gehirn.
  • Belohnungssystem: Diese Signale aktivieren das Belohnungszentrum, was ein gutes Gefühl auslöst und Verlangen nach mehr erzeugt, besonders bei fett- und zuckerreichen Lebensmitteln.
  • Evolutionäre Anpassung: Das Gehirn ist darauf programmiert, energiereiche Nahrung zu bevorzugen, um Überleben zu sichern, was bei modernen Lebensmitteln zu Problemen führen kann.
  • Dämpfung der Sättigung: Beim Verzehr besonders leckerer Nahrung dämpft das Gehirn sensorische Rückmeldungen, um mehr aufzunehmen, bevor die späten Sättigungssignale vom Darm ankommen. 

Was das für unsere Ernährung bedeutet:

  • Verzerrte Wahrnehmung: Stark verarbeitete Lebensmittel und viel Zucker können das Gehirn “verwirren” und dazu bringen, mehr zu essen, als nötig ist, da die Sensoren überstimuliert werden.
  • Bedarf an Brainfood: Das Gehirn benötigt hochwertige Nährstoffe (Omega-3-Fettsäuren, Vitamine, Proteine), die z.B. in Nüssen, Beeren, Vollkornprodukten und Fisch stecken, um optimal zu funktionieren.
  • Hydration: Ausreichend Flüssigkeit ist essentiell für die Gehirnfunktion. 

Die Aussage “Das Gehirn isst mit” beleuchtet somit die komplexe Wechselwirkung zwischen unserer Ernährung, unserem Hormonsystem und unserem Gehirn, die unsere Essentscheidungen tiefgreifend beeinflusst. 

Unser Hirn ist, was es isst

Schokolade hilft gegen Stress und Fisch macht klug – doch ist an solchen Volksweisheiten eigentlich etwas dran? Neue wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass die Ernährung unmittelbaren Einfluss auf unsere seelische Gesundheit und geistige Verfassung hat. Lassen Eisbecher mit Zuckerstreuseln, Burger, Pizza, Hotdog, Softdrinks und Co tatsächlich unsere grauen Zellen schmelzen?

Du bist, was du isst! Seit jeher stellt der Volksmund einen engen Zusammenhang zwischen Ernährung und Verhalten her. Forschungsarbeiten in aller Welt belegen derzeit, dass sehr viel Wahres in diesen alten Weisheiten steckt.

In Großbritannien beispielsweise hat eine Studie in einem Gefängnis gezeigt, dass Häftlinge, die Vitaminpräparate einnahmen, weniger gewaltbereit waren. Und in Deutschland hat eine Psychologin der Universität Lübeck nachgewiesen, dass die Zusammensetzung des Frühstücks das soziale Verhalten beeinflusst.

Doch was passiert wirklich im Gehirn, wenn unsere Menüwahl auf Honig statt Marmelade und Fisch statt Wurst fällt? Wissenschaftler auf der ganzen Welt versuchen, genau das herauszufinden. Neuro-Nutrition heißt der Wissenschaftszweig an der Schnittstelle zwischen Neurologie und Ernährungswissenschaft. Experimente mit Ratten oder Fliegen geben dabei neue Einblicke in unser Essverhalten. So führt der Konsum von Junkfood bei Laborratten nicht nur zu Fettleibigkeit, sondern hat auch unmittelbaren Einfluss auf ihre Gedächtnisleistung.

Viele Wissenschaftler sind davon überzeugt, dass die Auswirkungen ungesunder Ernährung auf das Gehirn mitverantwortlich für die hohe Zahl übergewichtiger Menschen in den westlichen Industrieländern sind. Die Rolle der Darmflora ist schon länger bekannt, doch derzeit decken Wissenschaftler noch andere Zusammenhänge auf. »Brain Food« zum Beispiel: Die so genannte Mittelmeerdiät soll die beste Nahrung für die kleinen grauen Zellen liefern. Omega-3-Fettsäuren, die beispielsweise in Fisch vorkommen, schützen die Nervenzellen und sind für die Entwicklung des Gehirns unentbehrlich – denn auch das Hirn ist eben, was es isst!

Schreibe einen Kommentar