
Die Bezugstherapie bezieht sich auf eine individualisierte, koordinierte und oft intensivierte Rehabilitation, die eng auf die spezifischen Bedürfnisse und Ziele des Patienten zugeschnitten ist, oft unter Einbeziehung neuer Technologien wie der transkraniellen Magnetstimulation (TMS) oder Robotik, um die Neuroplastizität zu fördern, die gesunde Seite einzuschränken (Forced Use) und eine ganzheitliche Wiederherstellung von Funktion, Sprache und Kognition zu erreichen, indem alle Therapeuten (Physio-, Ergo-, Logopädie) zusammenarbeiten.
Kernprinzipien der Bezugstherapie
- Individualität: Jeder Schlaganfall ist anders, daher muss die Therapie maßgeschneidert sein, um Ziele wie Selbstständigkeit und Teilhabe zu erreichen.
- Intensität & Kontinuität: Mehrere Stunden Therapie pro Woche sind entscheidend, sowohl in der Klinik als auch zu Hause durch Apps oder Übungen.
- Multidisziplinäre Zusammenarbeit: Hausärzte, Neurologen, Psychologen und Therapeuten arbeiten koordiniert zusammen.
- Ganzheitlichkeit: Beinhaltet Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Neuropsychologie und ggf. kognitives Training.
Wichtige Therapieansätze
- Forced Use (Fumit-Therapie): Die gesunde Körperseite wird eingeschränkt (z.B. mit einer Schiene), um die betroffene Seite intensiv zu trainieren.
- Technologiegestützte Therapien:
- TMS (Transkranielle Magnetstimulation): Stimuliert Nervenzellen im Gehirn, um die Reorganisation und Wiedererlernung von Funktionen zu fördern.
- Roboterassistierte Therapie: Für Gangtraining oder Handfunktionen.
- Reha-Apps: Unterstützen das selbstständige Training von Sprache, Kognition und Bewegung zu Hause (z.B. myReha).
- Logopädie: Verbesserung von Sprache, Sprechen, Stimme und Schlucken (Dysphagie).
- Ergotherapie: Fokussiert auf Aktivitäten des täglichen Lebens, Körperwahrnehmung und Feinmotorik.
Ziele
- Verbesserung der Beweglichkeit und Kraft der betroffenen Seite.
- Wiedererlangung von Sprachverständnis und Ausdrucksfähigkeit.
- Steigerung von Gedächtnis, Konzentration und Aufmerksamkeit.
- Integration der betroffenen Körperseite ins Körperschema, um sie nicht “zu vergessen”.
Die Bezugstherapie ist ein modernes Konzept, das über starre Therapiepläne hinausgeht, um Patienten durch intensive, individuell angepasste und oft innovative Methoden optimal zu fördern.