Selbstüberschätzung nach Schlaganfall

Selbstüberschätzung nach einem Schlaganfall kann ein Symptom von Persönlichkeits- und Verhaltensänderungen sein, oft verbunden mit dem sogenannten Neglect (Vernachlässigung einer Körperhälfte) oder anderen neuropsychologischen Störungen, die die Selbsteinschätzung beeinträchtigen.

Patienten nehmen ihre Einschränkungen manchmal nicht wahr oder überschätzen ihre Fähigkeiten (ähnlich dem Dunning-Kruger-Effekt), was zu Verwirrung bei Angehörigen führt. Wichtig ist geduldiges Gespräch, das Erkennen der Ursache (Hirnschaden) und professionelle Unterstützung durch Neurologen oder Psychologen, da diese Störungen oft therapierbar sind.

 Mögliche Ursachen und Erscheinungsformen:

  • Neglect: Der Patient nimmt eine Körperhälfte und den Raum auf dieser Seite nicht wahr, kann sich aber oft nicht erklären, warum er Dinge übersieht oder warum er sich auf einer Seite nicht bewegen kann.
  • Dysexekutives Syndrom: Führt zu Impulsivität, Ungeduld, und manchmal zu einem fast manischen Selbstvertrauen, da die Fähigkeit zur Selbstreflexion und -kontrolle beeinträchtigt ist.
  • Depression: Als Reaktion auf die Einschränkungen kann auch eine tiefe Niedergeschlagenheit auftreten, die die Wahrnehmung verzerrt.
  • Persönlichkeitsveränderungen: Emotionale Labilität, Wut, Distanzlosigkeit oder Rückzug sind häufige Folgen, die das Verhalten des Patienten verändern können. 

Was Angehörige tun können:

  • Geduldig kommunizieren: In einer ruhigen Atmosphäre nach dem Befinden fragen und die eigenen Beobachtungen ohne Vorwürfe schildern.
  • Nicht über den Kopf entscheiden: Dem Patienten Zeit geben, sich auszudrücken, auch wenn es mühsam ist.
  • Professionelle Hilfe suchen: Neurologen, Neuropsychologen und Psychologen können die Ursachen klären und individuelle Therapien entwickeln.
  • Akzeptanz: Viele dieser Veränderungen sind Folgen des Hirnschadens und nicht böser Wille. Die Akzeptanz durch die Angehörigen ist wichtig, um den Patienten zu unterstützen. 

Wichtig zu wissen:

  • Selbstüberschätzung ist oft eine Folge: Es ist eine neuropsychologische Störung, die auf eine Störung der Aufmerksamkeit und der Selbsteinschätzung zurückzuführen ist.
  • Verbesserung ist möglich: Viele dieser Symptome können sich mit Therapie bessern, auch wenn dies Zeit braucht.