Repetitive periphere Magnetstimulation

Die repetitive periphere Magnetstimulation (rPMS) ist ein nicht-invasives Verfahren, das durch starke Magnetfelder periphere Muskeln und Nerven stimuliert, um motorische Funktionen nach einem Schlaganfall zu verbessern. Sie wird zur Reduzierung von Spastik und Förderung der Arm-/Handfunktion eingesetzt, wobei Studien jedoch noch begrenzte Evidenz zur generellen Wirksamkeit zeigen. 

Wichtige Aspekte der rPMS nach Schlaganfall:

  • Wirkweise: rPMS induziert wiederholte Kontraktionen in der Skelettmuskulatur, was die Reorganisation der zentralen Bewegungsverarbeitung unterstützt.
  • Anwendung: Ein Applikator wird auf betroffene Muskeln gesetzt, wobei die Impulse (Kribbeln) meist als schmerzfrei empfunden werden.
  • Ziele: Behandlung von Spastik, Verbesserung der Feinmotorik, Greiffunktion und kognitiver/räumlicher Fähigkeiten.
  • Therapie: Typischerweise ambulant, oft in Kombination mit anderer Rehabilitation, wobei Studien zur Stärke der Evidenz variieren. 

Unterschied zur rTMS (Transkranielle Magnetstimulation):
Während die rPMS (peripher) direkt an den Muskeln/Nerven der Gliedmaßen wirkt, stimuliert die rTMS (transkraniell) direkt das Gehirn, um kortikale Erregbarkeit zu modulieren. 

Hinweis: Studien zur rPMS zeigen positive Tendenzen bei der Verbesserung der Alltagsfunktionen und Spastikreduktion, aber die Evidenzbasis ist teilweise noch gering, was weitere Forschung erfordert. 

Ihren Ursprung hat die Therapieform in der Neurologie, wo sie als TMS (Transkranielle Magnetstimulation) zur Stimulation bestimmter Hirnareale eingesetzt wird. Der periphere Ansatz der rPMS (repetetive periphere Magnetstimulation) ermöglicht zusätzlich auch den Einsatz am Bewegungsapparat und damit in der Schmerztherapie. Das Funktionsprinzip der rPMS basiert darauf, die körpereigenen Steuerungsimpulse und Selbstregulationssysteme anzuregen. Starke rasch pulsierende Magnetfelder werden dabei mit dem Induktionsprinzip dazu genutzt Nervenzellen und Muskelfasern zu stimulieren.

Im Gegensatz zur TENS (transkutane elektrische Nervenstimulation) ist bei der rPMS kein Hautkontakt notwendig. Das rPMS Gerät erzeugt Impulse in Frequenzen ähnlich derer, die vom Körper selbst zur neuromuskulären Steuerung und Regulation verwendet werden (5–50 Hz). Die erzeugten Impulse „induzieren“ Nervensignale an das ZNS, das wiederum die Ansteuerung des entsprechenden Muskels auslöst.

Durch rPMS werden neben lokalen Effekten direkt im stimulierten Gebiet indirekt auch über Nervenbahnen Veränderungen im Gehirn ausgelöst.  Das bedeutet, dass im Endeffekt ein körpereigener Vorgang stattfindet, der durch die rPMS „angestoßen“ wird.

Vorteile der rPMS-Behandlung
Da es sich bei dem Verfahren zur Schmerztherapie um ein berührungsfreies Verfahren handelt ist kein Entkleiden notwendig. Zusatzprodukte wie Elektroden, Gels o.ä. werden nicht benötigt. Durch die hohe Stärke des aufgebauten Magnetfeldes wird eine hohe Eindringtiefe erreicht. Die Impulse sind für den Patienten sofort spürbar, wodurch eine Feinjustierung in Bezug auf Zielpunkt und Intensität schnell und unkompliziert durchgeführt werden kann.

Wie sicher ist rPMS?

rPMS ist ein sehr sicheres und nebenwirkungsarmes Verfahren bei korrekter Anwendung durch erfahrene Behandler. Zahlreiche Studien sind mittlerweile weltweit durchgeführt worden ohne längerfristige Nebenwirkungen. Solange die rPMS nach wissenschaftlichen Erkenntnissen auf der Basis von kontrollierten Studien durchgeführt wird gibt es kaum Sicherheitsbedenken.

Patienten bemerken während der Behandlung außer einem Klopfen und Vibrieren in der entsprechenden Körperregion das stimuliert wird und dem lauten Knacken in der Magnetspule durch die Stimulation nichts. Als Schallschutz verwenden werden Ohrstöpsel. Die rPMS wird bei Personen mit empfindlichen elektrischen Implantaten (Cochleaimplantate, Schmerzpumpen, Herz- oder Hirnschrittmacher usw.) nicht durchgeführt.

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