Das Parkinson-Medikament «Levodopa» könnte die motorische Erholung nach einem Schlaganfall verbessern. Diese Frage wird nun in einem randomisierten Ansatz getestet.
Bei der Akutbehandlung von Schlaganfallpatientinnen und -patienten wurden in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte erzielt. Hierzu gehören die konsequente Behandlung in zertifizierten Stroke Units und Stroke Centers wie auch der Einsatz von akut revaskularisierenden Therapien. Derartige Erfolge fehlen bei der Neurorehabilitation nach einem Schlaganfall jedoch weitgehend. Mehr als zwei Drittel aller Schlaganfallpatientinnen und -patienten weisen langfristige motorische Defizite auf.
Unabhängig von einer möglichen Verringerung dieser Zahl durch die verbesserte Akuttherapie, bleibt ein Schlaganfall weiterhin die häufigste Ursache für eine Behinderung im Erwachsenenalter in der westlichen Welt. Die Erholung nach einer ischämischen Schädigung des Hirngewebes beruht auf dem Konzept der Neuroplastizität mit einer Reorganisation des geschädigten neuronalen Netzwerkes. Einige der dafür verantwortlichen Prozesse sind pharmakologisch modulierbar.
Hintergrund
Präklinische Studien zeigen, dass Dopamin eine wichtige Rolle bei der synaptischen Plastizität und beim motorischen Lernen spielt. Bei Schlaganfallpatientinnen und -patienten gibt es für den Einsatz von dopaminergen Substanzen optimistisch stimmende Daten. Bereits im Jahr 2001 wurde in einer randomisierten Doppelblindstudie eine bemerkenswerte Verbesserung der motorischen Erholung unter Gabe von Levodopa (im Vergleich zu Placebo) zusätzlich zu Physiotherapie beobachtet. Allerdings nahmen nur 53 Personen an dieser Studie teil und der positive Effekt von Levodopa konnte in späteren Studien nicht wiederholt werden.
Ziel
Diese Studie untersucht, ob bei einem Schlaganfall die 5-wöchige Verabreichung von Levodopa zusätzlich zur standardisierten Rehabilitation mit einer patientenrelevanten Verbesserung der motorischen Regeneration verbunden ist. Um die Nachhaltigkeit der Intervention zu testen, ist eine Evaluation auch nach sechs und zwölf Monaten vorgesehen. Das primäre Messinstrument ist der Fugl-Meyer-Motor-Assessment-Score, der als Goldstandard für rehabilitative Forschungen mit motorischen Fragestellungen gilt. Weiterhin werden sogenannte PROMS, «Patient-Reported-Outcome-Measures» als sekundäre Endpunkte verwendet. Die subjektive Einschätzung der Patientinnen und Patienten über das eigene Wohlbefinden erhält damit einen hohen Stellenwert.