
Bei einer Fazialisparese nach einer Hirnverletzung kommt es häufig zu einer Schwäche oder Lähmung der Gesichtsmuskulatur, insbesondere im Bereich der Lippen und Wangen.
Dies beeinträchtigt nicht nur die Mimik, sondern auch wichtige Funktionen wie Sprechen, Essen und nonverbale Kommunikation. In der logopädischen Therapie spielen gezielte mundmotorische Übungen eine zentrale Rolle.
Eine einfache, aber effektive Übung ist das sogenannte „Kussmund“-Machen, bei dem die Lippen nach vorne gespitzt werden. Diese Bewegung fördert die Aktivierung und Koordination der Lippenmuskulatur und kann sowohl in strukturierten Therapiesituationen als auch alltagsnah – beispielsweise beim Küssen einer vertrauten Person – eingesetzt werden.
Entscheidend für den therapeutischen Erfolg ist dabei die bewusste und kontrollierte Ausführung der Bewegung.
Küssen als Therapie bei Fazialisparese
Warum diese Übung sinnvoll ist : Die Fazialisparese betrifft u. a. die Lippen- und Gesichtsmuskulatur, die für Mimik, Sprechen und Essen wichtig ist.
Das„Kussmund‑Machen“ (Lippen spitzen) trainiert gezielt:
- die Lippenmuskeln (M. orbicularis oris)
- die Kraft und Koordination der Mundbewegungen
- die Symmetrie der Gesichtsmuskulatur
Solche Mundmotorik-Übungen gehören zum Standard der Rehabilitation bei Gesichtslähmung.
Durchführung der Übung („Kussmund“)
- Lippen langsam nach vorne spitzen (wie beim Küssen)
- Position 5–10 Sekunden halten
- Danach entspannen
- 5–10 Wiederholungen
In Therapieprogrammen wird diese Bewegung ausdrücklich genannt:
„Lippen spitzen (Kussmund)“ ist eine klassische Übung zur Wiederherstellung der Lippenfunktion!
Kombination mit anderen Übungen die „Kussmund“-Bewegung wird oft kombiniert mit:
- Lächeln / Mund breitziehen
- Wangen aufblasen
- Vokale sprechen (o, u, i)
- Pusten / Pfeifen
Diese Kombination verbessert die Beweglichkeit und Koordination der gesamten Gesichtsmuskulatur
Therapeutische Ziele
- Wiedererlernen der Mimik
- Verbesserung der Artikulation (Sprechen)
- Unterstützung beim Essen und Trinken
- Wiederherstellung der Gesichtssymmetrie
Regelmäßiges Üben ist entscheidend, da die Muskulatur durch Wiederholung und Aktivierung besser regeneriert.
Wichtige Hinweise
- immer vor dem Spiegel üben
- langsam und kontrolliert durchführen
- nicht überanstrengen
- bei neuen Bewegungen ggf. mit der Hand unterstützen
- nur beginnen, wenn aktive Bewegung möglich ist
Kurz gesagt: „Küssen“ ist keine zufällige Übung, sondern ein gezieltes Training der Lippenmuskulatur, das in der Logopädie und Physiotherapie bei Fazialisparese standardmäßig eingesetzt wird.

Tipp für die Übung „Kussmund“ bei Fazialisparese:
Langsam und gezielt vor dem Spiegel üben
Versuche, die Lippen bewusst und kontrolliert zu spitzen (wie beim Küssen) und dabei auf Symmetrie zu achten. Halte die Position kurz und entspanne dann wieder.
Zusatz‑Tipp:
Kombiniere den „Kussmund“ direkt mit einem breiten Lächeln
→ das trainiert die Gegenspieler der Muskeln und verbessert die Koordination im Gesicht.
Beispiel: Kussmund → Lächeln (mehrmals wiederholen)
So förderst du:
- gleichmäßige Gesichtsmimik
- Muskelkontrolle
- Beweglichkeit
„Die Kussbewegung kann auch im
Alltag, z. B. beim Küssen, genutzt werden – entscheidend für den Therapieerfolg ist jedoch die bewusste und kontrollierte Ausführung.“