Wallenberg-Syndrom

Das Wallenberg-Syndrom (dorsolaterales Medulla-oblongata-Syndrom) ist ein spezifischer Hirnstamminfarkt, meist verursacht durch Verschluss der Arteria vertebralis oder PICA. Es ist eine seltene Form des Schlaganfalls, charakterisiert durch akuten Schwindel, Schluckstörungen (Dysphagie), Heiserkeit, Horner-Syndrom, Nystagmus und Rumpfataxie. Typisch sind gekreuzte Sensibilitätsstörungen: Temperatur-/Schmerzverlust im Gesicht ipsilateral, am Körper kontralateral

Hauptmerkmale und Symptome

  • Schwindel & Übelkeit: Oft erstes Anzeichen, bedingt durch Schädigung der vestibulären Kerne.
  • Gekreuzte Sensibilitätsstörung: Ipsilaterale (gleichseitige) Störung im Gesicht, kontralaterale (gegenseitige) Störung am Körper.
  • Hornersyndrom: Ipsilaterale Ptose (Lidheberschwäche), Miosis (Pupillenverengung).
  • Schluck- und Sprechstörungen: Dysphagie, Dysphonie, Gaumensegelparese.
  • Ataxie: Koordinationsstörungen (Hemiataxie) auf der betroffenen Seite.
  • Singultus: Hartnäckiger Schluckauf. 

Ursachen und Diagnose

  • Ursache: Meist Verschluss der Arteria cerebelli inferior posterior (PICA) oder der Arteria vertebralis durch Thrombose oder Embolie.
  • Diagnose: Erfolgt meist mittels MRT (Magnetresonanztomografie) des Hirnstamms. 

Therapie und Prognose

Das Wallenberg-Syndrom führt im Gegensatz zu anderen Schlaganfällen selten zu einer Lähmung der Extremitäten (Hemiparese).