Spitzfuß (Pes equinus) nach Schlaganfall

Ein Spitzfuß (Pes equinus) nach Schlaganfall ist eine häufige, meist spastikbedingte Fehlstellung, bei der der Fuß durch erhöhte Wadenmuskelspannung dauerhaft nach unten gestreckt ist. Er führt zu Gangstörungen, Stolpergefahr, Schmerzen und kann zu Kontrakturen (irreversible Verkürzung) führen. Die Therapie umfasst Physiotherapie, Botox-Injektionen, Orthesen und ggf. Operationen. 

Ursachen und Erscheinungsbild

  • Spastik: Nach einer Hirnschädigung (Schlaganfall) kann es zu einer spastischen Lähmung kommen, die eine Überaktivität der Wadenmuskulatur (M. triceps surae) verursacht, wodurch der Fuß nach unten gezogen wird.
  • Symptome: Der Fuß ist nach unten gebeugt (Pferdefuß) und oft leicht nach innen gedreht.
  • Folgen: Das Abrollen beim Gehen ist kaum möglich, was oft zu einem hinkenden Gang oder seitlichem Nachziehen des Beins führt.
  • Versteifung: Ohne Behandlung kann der Fuß fixiert werden, was zu einer dauerhaften Verkürzung der Achillessehne führt. 

Behandlungsmöglichkeiten

  • Physiotherapie & Bobath-Konzept: Wichtig zur Dehnung der Wadenmuskulatur, Hemmung der Spastik und Verbesserung der Mobilität.
  • Hilfsmittel (Orthesen): Lagerungsorthesen (z.B. nachts) oder Unterschenkel-Orthesen (AFOs) halten den Fuß im 90-Grad-Winkel, um Verkürzungen entgegenzuwirken.
  • Medikamente (Botox): Botulinumtoxin-Injektionen in die Wadenmuskulatur können die Spannung gezielt für einige Monate senken.
  • Funktionelle Elektrostimulation (FES): Kann helfen, die Fußhebermuskeln zu aktivieren und das Gehen zu erleichtern.
  • Operative Maßnahmen: Bei strukturellen, fixierten Verkürzungen können Sehnenverlängerungen (z.B. Achillessehnenverlängerung) notwendig sein. 

Frühzeitige therapeutische Maßnahmen sind entscheidend, um eine dauerhafte Kontraktur zu verhindern. 

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