Antriebslosigkeit nach neurologischen Erkrankungen

Gegen Antriebslosigkeit nach neurologischen Erkrankungen helfen strukturierter Tagesablauf, sanfte Bewegung (Spaziergänge, Dehnen), viel Tageslicht und soziale Kontakte. Wichtig sind zudem Fatigue-Management, kleine Ziele, Entspannungstechniken (Yoga, Meditation) sowie psychotherapeutische Unterstützung, um seelische Folgen der Erkrankung zu bewältigen.

Strategien zur Überwindung der Antriebslosigkeit:

  • Tagesstruktur & Paceing: Den Tag fest planen, Prioritäten setzen und Überforderung vermeiden. Pausen einlegen, bevor die absolute Erschöpfung eintritt.
  • Aktivierung & Bewegung: Auch bei geringem Antrieb sanfte Bewegung an frischer Luft (Spaziergänge) in den Alltag integrieren, um Muskeln zu stärken und Glückshormone auszuschütten.
  • Psychische Unterstützung: Bei anhaltender Antriebslosigkeit (über 14 Tage) therapeutische Hilfe (Verhaltenstherapie) in Anspruch nehmen, da oft eine Depression oder Fatigue vorliegt.
  • Ernährung & Schlaf: Ausgewogene Ernährung und gute Schlafhygiene (kühles, dunkles Zimmer, kein Bildschirmlicht vor dem Schlafen) fördern die Energie.
  • Soziale Kontakte: Austausch mit Familie, Freunden oder in Selbsthilfegruppen nutzen, um den psychischen Druck zu lindern.
  • Medizinische Abklärung: In einer neurologischen Reha können interdisziplinäre Konzepte helfen. Bei Bedarf können Antidepressiva (SSRI/SNRI) die Antriebslosigkeit lindern.

Hinweis: Wenn die Antriebslosigkeit länger als 14 Tage anhält, sollte ein Facharzt (Neurologe/Psychiater) aufgesucht werden

5 Tipps, die helfen

  1. Eine ausgewogene Schlafhygiene: Antriebslosigkeit und Müdigkeit sind eng miteinander verbunden. Wenn du schlecht schläfst, bist du müde und entsprechend eher antriebslos. Zu einer guten Schlafhygiene gehören der Verzicht auf schwere MahlzeitenAlkohol und koffeinhaltige Getränke vor dem Schlafengehen. Auch blaues Licht, wie es Smartphone- und Tabletbildschirme haben, wirkt nicht einschlaffördernd. Das Schlafzimmer sollte nicht wärmer als 18 Grad sein, dunkel und möglichst ruhigRituale wie Entspannungsmusik können ein schnelles Einschlafen fördern.
  2. Tageslicht tanken. Selbst an wolkenverhangenen Tagen bekommt man draußen immer noch eine Lichtstärke von 7000 Lux ab. In beleuchteten Räumen sind es nur 500 Lux. Tageslicht fördert die körpereigene Produktion von Vitamin D und darüber hinaus die Produktion des Glückshormons Serotonin.
  3. Prioritäten setzen. Wenn du Prioritäten setzt, fokussierst du dich jeden Tag auf ein oder zwei wichtige To-Dos. Das motiviert, fördert deine Konzentration und hilft so gegen die Antriebslosigkeit.
  4. Störfaktoren beseitigen. Ein Gefühl von Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Lustlosigkeit entsteht auch bei Unproduktivität. Unproduktiv bist du meist dann, wenn du dich bei deinen Aufgaben ablenken lässt. Egal ob SmartphoneBuch oder Streaming-Dienst: Ständige Ablenkung sorgt dafür, dass du weniger schaffst und dadurch noch antriebsloser wirst. Das wird schnell zum Teufelskreis.
  5. Sport treiben. Sport sorgt in kürzester Zeit für eine ganze Reihe von Erfolgserlebnissen. Gerade wenn du dich eher selten bewegst, ist es ein erster Erfolg, den inneren Schweinehund zu überwinden. Bewegung sorgt zudem für die Ausschüttung von Glückshormonen. Und auch das Gefühl, etwas für deine Gesundheit getan zu haben, wird dich positiv motivieren.

Und was tun bei totaler Antriebslosigkeit?

In kleinen Schritten starten. Nicht gleich einen Marathon laufen wollen, sondern erst einmal zwei Runden um den Block. Sich langsam steigern – auch das bringt Erfolgserlebnisse, fördert die Motivation und verringert die Antriebslosigkeit.

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