Tinnitus nach einer neurologischen Erkrankung (10–20 % der neurologischen Patienten betroffen) tritt häufig als Begleitsymptom oder Folge auf. Ursachen können Schlaganfälle, Multiple Sklerose (MS), Schädel-Hirn-Traumata oder Gefäßmalformationen sein. Eine Abklärung durch Neurologe und HNO-Arzt ist notwendig, da es ein Frühsymptom sein kann.
Zusammenhang mit neurologischen Erkrankungen:
- Schlaganfall & MS: Tinnitus kann ein Residuum (Folgeerscheinung) entzündlicher ZNS-Erkrankungen oder ein Vorbote sein.
- Vaskuläre Ursachen: Gefäßmissbildungen oder Aneurismen können sogenannten objektiven Tinnitus verursachen.
- Schädel-Hirn-Trauma: Verletzungen können die Hörbahnen im Gehirn beeinträchtigen.
- Neurodegenerative Erkrankungen: Tinnitus kann als Begleitsymptom auftreten.
Diagnose und Behandlung:
- Diagnostik: Neurologische Untersuchung, MRT des Schädels, Gefäßdoppler.
- Therapie: Behandelt wird primär die zugrundeliegende neurologische Erkrankung. Bei chronischem Tinnitus helfen Ansätze wie Tinnitus-Retraining, kognitive Verhaltenstherapie oder Physiotherapie bei Nackenverspannungen.
- Prognose: Der Tinnitus kann im Verlauf abklingen.
Bei akut auftretendem Tinnitus, insbesondere in Kombination mit Schwindel oder anderen neurologischen Ausfällen, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.