Hemianopsie (Halbseitenblindheit)

Hemianopsie (Halbseitenblindheit) ist ein meist durch Schlaganfälle oder Hirntumore verursachter, oft senkrecht begrenzter Ausfall einer Gesichtsfeldhälfte. Betroffene sehen auf beiden Augen nur eine Seite (homonym) oder die äußeren Bereiche nicht. Symptome umfassen Leseschwierigkeiten, Hindernisse übersehen und Orientierungsprobleme. Therapiert wird durch Kompensationstraining (Sakkaden) oder spezialisierte Prismenbrillen. 

Wichtige Fakten zur Hemianopsie:

  • Formen:
    • Homonyme Hemianopsie: Die gleiche Seite (rechts oder links) ist bei beiden Augen betroffen, häufig durch Schädigungen hinter der Sehnervenkreuzung.
    • Heteronyme Hemianopsie: Entgegengesetzte Hälften (z. B. beide Nasenseiten) sind betroffen.
  • Ursachen: Häufigste Ursache ist ein Schlaganfall, gefolgt von Hirntumoren, Kopfverletzungen oder Entzündungen.
  • Diagnose: Erfolgt durch Neurologen, Augenärzte oder Orthoptisten mittels Gesichtsfeldmessung (Perimetrie).
  • Behandlung:
    • Kompensationstraining: Erlernen von schnellen Augenbewegungen (Sakkaden), um den Ausfall auszugleichen.
    • Restitutionstraining: Ziel ist die Wiederherstellung der Funktion.
    • Hilfsmittel: Spezielle Prismenbrillen können das Gesichtsfeld erweitern.
  • Prognose: Bei frühzeitiger Behandlung, besonders innerhalb der ersten Wochen, sind Verbesserungen möglich, danach ist das Training auf Kompensation ausgelegt. 

Die Erkrankung beeinträchtigt die Mobilität und Alltagskompetenz (z.B. beim Lesen oder im Straßenverkehr) erheblich.

Unterschied Hemianopsie / Neglect

Hemianopsie ist ein rein visueller Gesichtsfeldausfall (meist durch Schädigung der Sehbahn), bei dem Betroffene die blinde Seite durch Kopfdrehung kompensieren. Neglect ist eine Aufmerksamkeitsstörung (oft durch Schädigung des Parietallappens), bei der die betroffene Seite unbewusst vernachlässigt wird. Hemianopsie-Patienten wissen oft um ihr Defizit, Neglect-Patienten meist nicht. 

Wesentliche Unterschiede:

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