Gartenarbeit als Therapie

Ein mutmachender Erfahrungsbericht eines vitalibera-Team-Mitglied, aus sicht einer Betroffenen – Danke liebe Heidi, das du deine Erfahrungen mit unserer Community teilst und so einmal mehr beweist, das alles möglich ist – trotz Handicap!

 

​Mein Garten im Miniaturformat: Wie ich trotz Lähmung das Wachsen neu entdecke

​Gärtnern und draußen zu sein, war für mich immer mehr als nur ein Hobby – es war pure Lebensqualität. Nach dem schlimmen Schicksalsschlag und der daraus resultierenden halbseitigen Lähmung schien dieser Teil meines Lebens jedoch unerreichbar. Die schwere Arbeit im Beet, das Hantieren mit großen Gießkannen oder das Bücken war plötzlich nicht mehr möglich. Doch ich wollte das Gefühl von Erde an den Fingern und das Wunder des Wachstums nicht aufgeben.

​Mein Neuanfang: Das Zimmergewächshaus

​Ich habe beschlossen, klein anzufangen – und zwar auf Tischhöhe. Mein wichtigster Verbündeter dabei ist ein Zimmergewächshaus. Es erlaubt mir, im Sitzen und in meinem eigenen Tempo zu arbeiten. Um die Herausforderungen einer Einschränkungen  zu meistern, habe ich einen Weg gefunden, der für mich perfekt funktioniert: Quelltabletten.

​Warum Quelltabletten für mich ein echter Glücksgriff sind:

  • Keine Erd-Schlacht: Das händische Abfüllen von lockerer Erde in kleine Töpfe ist einhändig oft eine schmutzige und instabile Angelegenheit. Die Tabletten lege ich trocken in die Schale, gieße Wasser an und schaue zu, wie sie stabil aufquellen.
  • Sichere Handhabung: Einmal vollgesogen, haben sie ein Eigengewicht, das sie am Platz hält. Mit einem kleinen Stäbchen oder einem Löffel kann ich die Samen ganz präzise in die vorgefertigte Mulde setzen.
  • Schonendes Umtopfen: Auch für die pflanzen gut!  Wenn die ersten grünen Spitzen zu sehen sind, muss ich die empfindlichen Wurzeln nicht freilegen. Ich nehme einfach die gesamte Tablette und setze sie in einen größeren Kübel.
Geduld und neue Perspektiven

​Natürlich ist es anders als früher. Ich arbeite langsamer, ich nutze Hilfsmittel wie Sprühflaschen statt schwerer Kannen und ich feiere jeden noch so kleinen Keimling wie einen riesigen Sieg. Aber genau darum geht es: sich die Freude zurückzuholen, Schritt für Schritt.

​Das Vorziehen aus Samen hat für mich auch etwas Therapeutisches, wenn ich sehe, wie aus einem winzigen Korn Leben entsteht, gibt mir das die Kraft und die Zuversicht, dass auch ich mich weiterentwickeln kann.

​An alle, denen ihr Garten fehlt: Fangt klein an. Ein Fensterbrett, ein paar Samen und ein wenig Wasser reichen aus, um das alte Feuer wieder zu entfachen.

Dies gilt übrigens für alle Dinge, dich euch Freude machten und machen! 


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