In der Ergotherapie nach Schlaganfall werden farb- und visuell basierte Verfahren wie die Spiegeltherapie eingesetzt, um die neuronale Plastizität anzuregen und Bewegungsmuster in gelähmten Körperhälften zu reaktivieren. Die Spiegeltherapie nutzt optische Täuschungen, um dem Gehirn eine intakte Bewegung vorzutäuschen, was die Motorik und Wahrnehmung verbessert.
Farbe und visuelle Reize in der Ergotherapie
- Spiegeltherapie: Gilt als eines der effektivsten Verfahren zur Behandlung von halbseitigen Lähmungen (Hemiparese) und zur Reduktion von Phantomschmerzen. Das Gehirn wird durch das Spiegelbild der gesunden Seite stimuliert, was die Aktivierung betroffener Hirnareale fördert.
- Wahrnehmungstraining: Ergotherapeuten nutzen farbige Gegenstände oder spezielle Sehtrainings (z. B. räumliches Sehen laut einer Studie auf Ergotherapie.de), um Störungen in der Raumwahrnehmung (Neglect) zu behandeln.
- Kreativtherapie/Kunsttherapie: Malen und Gestalten können als Teil der Ergotherapie eingesetzt werden, um Feinmotorik, Konzentration und psychisches Wohlbefinden zu fördern.
Wichtige Aspekte der Anwendung
- Frühbeginn: Die Therapie sollte möglichst früh, oft schon in der Klinik, beginnen.
- Intensität: Tägliche Übungen (ca. 30 Minuten) sind für den Therapieerfolg entscheidend.
- Individuell: Das Training wird an die motorischen und kognitiven Fähigkeiten des Patienten angepasst.
Ergotherapie fördert ganzheitlich die Wiederherstellung von Funktionen, die Selbstständigkeit und die Rückkehr in den Alltag.

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