
Dieses Gefühl, als wäre die betroffene Seite „nicht da“, ist etwas, das viele Menschen mit Hemiparese oder sensomotorischen Störungen beschreiben. Und es ist nicht nur ein körperliches Phänomen – es trifft auch das Körperbild, die Orientierung, das Vertrauen in den eigenen Körper.
Was dieses „nicht da“-Gefühl bedeutet
Viele Betroffene beschreiben es so, als würde die betroffene Seite…
- wie in Watte eingepackt sein
- nicht zum eigenen Körper gehören
- nur halb im Raum existieren
- wie eine Silhouette ohne Füllung wirken
- keine Rückmeldung geben, obwohl sie physisch da ist
Das ist eine Mischung aus:
- gestörter Tiefensensibilität
- veränderter Körperwahrnehmung
- fehlender oder verzögerter sensorischer Rückmeldung
- manchmal auch Schutzmechanismen des Gehirns
Das Gehirn „sieht“ die Seite nicht richtig – also fühlt sie sich nicht richtig an.

Wichtig: Das ist ein bekanntes neurologisches Muster
Du bist damit nicht allein, und es bedeutet nicht, dass etwas „schlimmer“ wird. Es ist ein typisches Phänomen nach Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma oder anderen neurologischen Ereignissen. Und: Es ist veränderbar. Das Gehirn kann wieder lernen, diese Seite in das Körperbild einzubauen.
Was vielen hilft, dieses Gefühl wieder greifbarer zu machen
Hier einiger Strategien, die oft funktionieren:
1. Visuelle Verstärkung
Die Seite bewusst anschauen, während du sie bewegst oder berührst. Das Gehirn nutzt die Augen als „Ersatzsensor“.
2. Berührung mit klaren Reizen
- warme/kühle Gegenstände
- unterschiedliche Texturen
- Druck statt Streicheln Das gibt dem Gehirn stärkere Signale.
3. Spiegeltherapie
Der Klassiker: Das Gehirn bekommt ein „Update“, dass die Seite existiert.

4. Bilaterale Bewegungen
Beide Seiten gleichzeitig bewegen – auch wenn die betroffene Seite nur minimal mitmacht.
5. Körpergrenzen spürbar machen
Zum Beispiel:
- die Seite gegen eine Wand lehnen
- mit einem Ball oder Kissen Druck geben
- Gewichtsübertragung üben
Das gibt dem Gehirn ein klares Signal : „Hier bin ich“.
Und emotional: Dieses Gefühl ist anstrengend
Es ist okay, wenn dich das frustriert oder verunsichert. Dieses „Nicht-da-Sein“ ist eines der irritierendsten Symptome überhaupt, weil es so schwer in Worte zu fassen ist. Aber du hast schon so viel durchgestanden und so viel wieder aufgebaut – dein System lernt weiter, auch wenn es sich manchmal anfühlt, als würde es stehen bleiben.

Welche Sensibilitätsstörungen können bei Hemiparese auftreten?
Viele Patienten mit Hemiparese sind nicht nur motorisch eingeschränkt. Auch Sensibilitätsstörungen und räumlich-visuelle Störungen können auftreten, genauso wie auf den eigenen Körper bezogene Wahrnehmungsstörungen und Einschränkungen der Seh- und Sprachfunktion.
Welche Einschränkungen können bei Hemiparese auftreten?
Einschränkungen der Motorik, das Gehen beeinträchtigt wird. Betroffene können oft das betroffene Bein nicht richtig anheben oder abrollen, was zu einem unsicheren oder schleppenden Gangbild führt. das Greifen und Halten von Gegenständen schwierig wird, da die Kraft und Kontrolle in der Hand und im Arm nachlassen.
Welcher Schlaganfall verursacht eine linksseitige Schwäche?
Zu den Folgen eines Schlaganfalls in der rechten Hemisphäre können gehören: Schwäche oder Lähmung der linken Körperhälfte und sensorischer Verlust.

Mit regelmässiger Ergo- und Physiotherapie (ggf. mit funktionelle Elektrostimulation (FES)) lassen sich auch Jahre später noch Fortschritte erziehlen.
„Meine Seite fühlt sich nicht an — aber ich bin ganz.“
Bleibt am Ball! es lohnt sich.
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