
In der Akut‑Reha kann extrem viel vorbereitet werden, damit der Übergang nach Hause nicht chaotisch wird. Und genau diese Phase ist der Moment, in dem Strukturen, Anträge und Weichenstellungen am leichtesten gelingen — weil das gesamte Team noch greifbar ist.
Medizin & Therapien für die Zeit nach der Reha sichern
Das ist der wichtigste Punkt, weil Wartezeiten oft lang sind.
- Physiotherapie-Termine für die ersten 4–8 Wochen nach Entlassung fixieren.
- Ergotherapie (Alltag, Arm/Hand, Haushalt, Feinmotorik).
- Logopädie (Sprache, Kognition, Schlucken).
- Hausarzt/Neurologe klären: Wer übernimmt die medizinische Führung?
- Medikamentenplan aktualisieren + Übergabe an Hausarzt vorbereiten.
- Hilfsmittelverordnung rechtzeitig ausstellen lassen (Rollator, Orthesen, Greifhilfen).
Warum jetzt? Weil du in der Reha direkten Zugang zu Ärzten, Therapeuten und Sozialdienst hast — später wird es mühsamer.
Wohnsituation & Alltag vorbereiten
Das Reha‑Team kann einschätzen, was zu Hause gebraucht wird.
- Wohnungsbegehung durch Ergo (oft per Fotos möglich).
- Empfehlungen für:
- Haltegriffe, Duschsitz, rutschfeste Matten
- Einhändige Küchenhilfen
- Bett‑ oder Toilettenhilfen
- Pflegebedarf klären: Spitex / ambulanter Pflegedienst organisieren.
- Transport nach Hause (Behindertentransport, Angehörige, Taxi).
Sozialdienst & Administration
Hier passieren die Dinge, die später viel Stress sparen.
- IV-Anmeldung (falls noch nicht erfolgt).
- Hilflosenentschädigung prüfen.
- Assistenzbeitrag (bei hohem Unterstützungsbedarf).
- Krankentaggeld / Arbeitgeber: Arbeitsunfähigkeit, Wiedereinstieg, Fristen.
- Reha-Bericht für Hausarzt und Therapien vorbereiten.
Neuropsychologie & Alltagstraining
Schon in der Reha kann man Weichen für die kognitive Zukunft stellen.
- Neuropsychologische Abklärung (Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Exekutivfunktionen).
- Empfehlungen für Apps, Übungen, Alltagstraining.
- Erste Fatigue-Strategien (Pacing, Pausen, Reizreduktion).
Emotionale & soziale Unterstützung
Viele unterschätzen diesen Teil — aber er entscheidet über Stabilität.
- Psychologische Begleitung organisieren.
- Peer‑Gruppen oder Selbsthilfegruppen vermitteln lassen.
- Angehörige einbeziehen: Was erwartet sie zu Hause? Was nicht?
Persönliche Vorbereitung für den Alltag
Das Reha‑Team kann helfen, eine stabile Struktur zu entwickeln.
- Mini‑Trainingsplan für die ersten 2–6 Wochen nach Entlassung.
- Energie‑Management (Fatigue‑Profil, Pausenraster).
- Alltagsroutinen: Sit‑to‑Stand, Schulterkreisen, Gehtraining, Armaktivierung.
- Notfallplan (wen rufe ich an, wenn etwas nicht klappt).

Was du konkret mitnehmen solltest
- Reha‑Bericht
- Medikamentenplan
- Verordnungen für Physio/Ergo/Logo
- Hilfsmittelverordnungen
- Kontaktliste der behandelnden Personen
- Trainingsplan + Übungen
- Empfehlungen für Alltagshilfen