Eine Erkrankung oder Verletzung des Nervensystems bedeutet für die Betroffenen einen massiven Einschnitt in ihr Leben und oft den Verlust der Selbständigkeit. Die Neurologische Rehabilitation soll Betroffene mit Hilfe modernster Therapien auf ihrem Weg in Alltag, Familie, Gesellschaft und Beruf zurückführen.
Die neurologische Rehabilitation nach einem Schlaganfall ist in ein Phasenmodell (A–F) gegliedert, das von der Akutversorgung bis zur Langzeitpflege reicht. Ziel ist es, Funktionsverluste durch frühe, intensive Förderung der Neuroplastizität zu minimieren, die Selbstständigkeit wiederherzustellen und die Reintegration in den Alltag zu ermöglichen.
Phasen der Schlaganfall-Rehabilitation:
- Phase A: Akutversorgung (Krankenhaus/Stroke Unit): Unmittelbare Behandlung, Diagnostik und Stabilisierung, um Folgeschäden zu verhindern.
- Phase B: Frührehabilitation: Intensivmedizinische Begleitung und erste therapeutische Maßnahmen (Physio-, Ergo-, Logopädie) bei noch hoher Pflegebedürftigkeit.
- Phase C: Weiterführende Rehabilitation: Der Patient ist teilweise mobilisierbar und nimmt aktiv an Therapien teil, um Selbstständigkeit (z.B. Körperpflege, Essen) wiederzuerlangen.
- Phase D: Anschlussrehabilitation (AHB): Stationäre oder ambulante Rehabilitation, Ziel ist die Rückkehr in den Alltag und die Verbesserung von Funktionsdefiziten.
- Phase E: Nachsorge & Berufl. Reha: Festigung der Fähigkeiten, berufliche Wiedereingliederung und Nachsorge (z.B. IRENA-Programm).
- Phase F: Langzeitpflege: Aktivierende Pflege bei anhaltend hoher Pflegebedürftigkeit.
Die Rehabilitation beginnt idealerweise direkt nach der Stabilisierung, wobei die ersten drei bis sechs Monate für die Erholung entscheidend sind. Der Prozess ist individuell anpassbar und kann je nach Bedarf Phasen überspringen oder wiederholen
