Sensibilität nach einem Schlaganfall

Sensibilität (emotional oder körperlich) nach einem Schlaganfall ist häufig und umfasst Wesensveränderungen (Reizbarkeit, Trauer, Enthemmung), Affektinkontinenz (unwillkürliches Lachen/Weinen) sowie körperliche Empfindungsstörungen (Kribbeln, Brennen, Taubheit, Schmerzen). Ursachen sind hirnorganische Schäden, biochemische Veränderungen oder die psychische Krankheitsverarbeitung. 

Häufige emotionale und körperliche Veränderungen:

  • Emotionale Instabilität: Betroffene wirken oft sensibler, dünnhäutiger oder zeigen plötzliche Stimmungsschwankungen.
  • Persönlichkeitsveränderungen: Dies kann von sozialem Rückzug bis zu aggressiven Ausbrüchen oder mangelndem Einfühlungsvermögen reichen.
  • Affektinkontinenz: Betroffene können unkontrolliert lachen oder weinen, ohne entsprechenden emotionalen Auslöser.
  • Physische Überempfindlichkeit: Betroffene Körperstellen können sich taub, pelzig oder kribbelnd anfühlen.
  • Zentrale Schmerzen (CPSP): Brennende, stechende oder klopfende Schmerzen können als Folge von Schädigungen im Gehirn auftreten. 

Unterstützung und Behandlung:

  • Rehabilitation: Frühzeitige Reha ist entscheidend.
  • Therapie: Psychologische Unterstützung, wie kognitive Verhaltenstherapie (CBT) oder lösungsorientierte Therapie, hilft bei der Bewältigung.
  • Medikamente: Gegen Schmerzen (z.B. Gabapentin, Pregabalin) oder psychische Folgen können Medikamente eingesetzt werden.
  • Umfeld: Verständnis und Unterstützung durch Familie und Freunde sind zentral. 

Auch Schreckhaftigkeit nach einem Schlaganfall ist eine häufige Folge, die oft auf ein erhöhtes Reizniveau (Hyperarousal), Ängste oder ein posttraumatisches Belastungssyndrom hinweist. Betroffene scannen ihre Umgebung permanent nach Gefahren, sind angespannt und reagieren überempfindlich auf Geräusche oder plötzliche Bewegungen. Ursachen sind oft traumatische Erlebnisse oder Schädigungen im Gehirn.

Bei plötzlichen oder extremen Persönlichkeitsveränderungen sollte immer ein Neurologe konsultiert werden.

Wie verändert sich die Psyche nach einem Schlaganfall?

Die Folgen des Schlaganfalls führen zu einer Depression, zum Beispiel, wenn sich ein Betroffener durch seine Einschränkungen wert- und nutzlos fühlt, er es nicht schafft, positiv in die Zukunft zu sehen und verlorenen Fähigkeiten nachtrauert.

Welche psychische Erkrankung tritt häufig nach einem Schlaganfall auf?

Rund ein Drittel der Betroffenen leiden nach einem Schlaganfall unter psychischen Problemen. Das meist unerwartete und einschneidende Ereignis kann zu Angst- und Anpassungsstörungen sowie Depressionen, einer sogenannten Post Stroke Depression (PSD), führen.

Beeinflusst ein Schlaganfall Ihre Gefühle?

Ein Schlaganfall kann Ihre Fähigkeit, Ihre Stimmung und Gefühle zu kontrollieren, beeinträchtigen . Dies wird als Emotionalismus oder auch als emotionale Labilität bezeichnet. Es kann bedeuten, dass Ihre Stimmung sehr schnell schwankt und Sie emotionaler sind als früher. Möglicherweise stellen Sie fest, dass Sie häufiger weinen oder lachen.

Wie äußert sich eine Wesensveränderung?

Eine Wesensveränderung liegt vor, wenn sich Verhalten und Persönlichkeit eines Menschen deutlich ändern. Entscheidend ist, dass diese Veränderungen das Leben des Betroffenen und sein Umfeld merklich beeinflussen, egal ob sie vorübergehend oder dauerhaft sind. Typische Erscheinungen: Aggression oder Reizbarkeit.

Wie verändert ein Schlaganfall den Charakter?

Manche Patienten scheinen nach dem Schlaganfall nicht mehr sie selbst zu sein. Häufige Veränderungen sind depressive Verstimmungen, Distanzlosigkeit oder Zurückgezogenheit. Diese Veränderungen sind eine Folge der Erkrankung und stellen eine große Stressbelastung dar.