Angst vor einem erneuten Schlaganfall

Die Angst vor einem erneuten Schlaganfall ist nach einem ersten Ereignis völlig verständlich – aber sie kann lähmend wirken, wenn sie nicht begleitet wird. In der Schweiz wie auch international empfehlen Fachleute eine Kombination aus medizinischer Nachsorge, psychologischer Unterstützung und Alltagssicherheit, um Vertrauen zurückzugewinnen.

Warum diese Angst entsteht

Fehlende Struktur in der Nachsorge: In der Schweiz gibt es keine flächendeckende koordinierte Nachsorge – viele Betroffene fühlen sich allein

Traumatisches Erlebnis: Der erste Schlaganfall war plötzlich, lebensverändernd und oft mit Kontrollverlust verbunden.

Unsicherheit über den Körper: Symptome wie Schwindel, Herzklopfen oder Müdigkeit werden als Warnzeichen gedeutet.

Typische Gedanken und Gefühle
SorgeBeispielhafte Gedanken
„Es könnte wieder passieren“„Was, wenn ich im Schlaf einen zweiten bekomme?“
„Ich bin allein nicht sicher“„Wer hilft mir, wenn ich stürze?“
„Ich traue meinem Körper nicht mehr“„Ist das Kribbeln ein Vorzeichen?“
„Ich schäme mich“„Ich will nicht, dass andere meine Schwäche sehen.“
Strategien zur Bewältigung
1. Medizinische Sicherheit stärken
  • Regelmäßige Kontrollen (Blutdruck, Herzrhythmus, Blutwerte)
  • Sekundärprävention: Medikamente, Bewegung, Ernährung
  • Wissen über Warnzeichen und Notfallverhalten
2. Psychologische Begleitung
  • Gespräche mit Neuropsychologinnen oder Psychotherapeutinnen
  • Umgang mit Panikattacken, Schlafstörungen, Rückzug
  • Verhaltenstherapie oder achtsamkeitsbasierte Ansätze
3. Alltag strukturieren
  • Routinen geben Sicherheit (z. B. feste Essens- und Ruhezeiten)
  • Notfallplan sichtbar machen (z. B. Karte mit Telefonnummern)
  • Umgebung anpassen: Stolperfallen entfernen, Hilfsmittel nutzen
4. Vertrauen zurückgewinnen
  • Kleine Erfolge feiern („Heute bin ich allein zum Briefkasten gegangen“)
  • Gamification: XP-System, Level-Aufstieg für Fortschritte
  • Austausch mit anderen Betroffenen (z. B. Selbsthilfegruppen)

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit nach einem Schlaganfall einen zweiten zu bekommen?

Fast jeder Zweite stirbt innerhalb von fünf Jahren

jede fünfte erleidet einen erneuten Schlaganfall innerhalb von fünf Jahren. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit, zu sterben, mit 49,6 Prozent bei Frauen etwas höher als bei Männern (41,8 Prozent)

Wie kann man die Angst vor einem Schlaganfall überwinden?

Die sogenannte kognitive Verhaltenstherapie ist ebenfalls eine wirksame Behandlungsmethode. Wenn Sie sich von einem Schlaganfall erholen, ist es wichtig zu erkennen, ob Ihre Angst Ihren Genesungsprozess fördert oder behindert. Da die Grenze hier oft fließend ist, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihre Angst Ihre Genesung beeinträchtigt.

Was muss man tun, um keinen zweiten Schlaganfall zu bekommen?

Ein erhöhter Blutdruck steigert das Schlaganfall-Risiko. Ihn durch Medikamente zu senken, verringert das Risiko für einen erneuten Schlaganfall. Der Blutdruck sollte im Tagesdurchschnitt etwa zwischen 120/70 mmHg und 140/90 mmHg liegen. mit Blutdruckmedikamenten bei 8 von 100 Menschen.

Was hat Diabetes mit Schlaganfall zu tun?

Zuckerkranke haben ein zwei- bis dreifach erhöhtes Schlaganfall-Risiko. Wie beim Bluthochdruck wird die Krankheit oft erst spät entdeckt, denn viele Diabetikerinnen und Diabetiker haben zu Beginn ihrer Erkrankung keine Beschwerden.

Wie kann ich aufhören, mir Sorgen um einen weiteren Schlaganfall zu machen?

Probieren Sie Achtsamkeit . Achtsamkeitsübungen helfen Ihnen, belastende, schmerzhafte und sogar beängstigende Gedanken, Gefühle und Empfindungen, wie beispielsweise die Angst vor einem erneuten Schlaganfall, zu reduzieren. Achtsamkeit gibt Ihnen das Gefühl zurück, Ihre Ängste besser kontrollieren zu können.