
Ein Sturz kann für Menschen mit Hemiparese und ihre Angehörigen eine belastende Situation sein.
Oft besteht der Impuls, die
betroffene Person sofort hochzuheben. Wichtig ist jedoch, zunächst Ruhe zu bewahren, mögliche Verletzungen auszuschließen und die betroffene Person möglichst aktiv in den Aufstehvorgang einzubeziehen.
Mit der richtigen Unterstützung, klaren Anweisungen und sicheren Bewegungsabläufen können Angehörige dazu beitragen, die Selbstständigkeit zu fördern und gleichzeitig das Risiko weiterer Verletzungen zu reduzieren.
Nach einem Sturz ist es verständlich, sofort helfen zu wollen. Das Wichtigste ist jedoch, zunächst Ruhe zu bewahren und zu prüfen, ob Verletzungen vorliegen. Bei Schmerzen, Verdacht auf Kopfverletzung, Bewusstseinsveränderungen oder Unsicherheit sollte medizinische Hilfe verständigt werden.
So kannst Du unterstützen
- Beruhige die betroffene Person und gib ihr Zeit.
- Unterstütze möglichst mit Anleitung statt durch kraftvolles Hochziehen.
- Nutze einen stabilen Stuhl oder ein festes Möbelstück als Hilfe.
- Die betroffene Person sollte – wenn möglich – über die weniger betroffene Seite in den Vierfüßlerstand kommen und sich zum Stuhl bewegen.
- Der Stuhl sollte sicher stehen, idealerweise an einer Wand.
- Hilf bei Bedarf, das Gleichgewicht zu sichern oder den Stuhl näher zu positionieren.
Was Du unbedingt vermeiden solltest
- Nicht an Armen oder Schultern hochziehen.
- Keine ruckartigen Bewegungen.
- Nicht allein heben, wenn die Person ihr Gewicht kaum mittragen kann.
- Die betroffene Person nicht zum schnellen Aufstehen drängen.

Lass Dir das sichere Aufstehen nach einem Sturz von der Physio- oder Ergotherapie praktisch zeigen. Gemeinsam eingeübte Abläufe geben sowohl Dir als auch der betroffenen Person mehr Sicherheit im
Alltag.
Merksatz: Sicherheit vor Schnelligkeit – begleite, unterstütze und leite an, statt die Person hochzuheben.