
Nach einer Hirnverletzung, einem Schlaganfall oder einer Hirnblutung können verschiedene Wahrnehmungsstörungen auftreten.
Betroffene sehen, hören oder fühlen zwar grundsätzlich, haben jedoch Schwierigkeiten, die wahrgenommenen Informationen richtig zu erkennen, zuzuordnen oder zu verarbeiten.
Solche Einschränkungen können den
Alltag, die Orientierung und die Selbstständigkeit beeinflussen. Durch gezieltes Training können vorhandene Fähigkeiten gestärkt, Kompensationsstrategien erlernt und die Bewältigung alltäglicher Aufgaben verbessert werden.
Welche Wahrnehmungsstörungen gibt es?
Nach einer Hirnverletzung, einem Schlaganfall oder einer Hirnblutung können verschiedene Wahrnehmungsstörungen auftreten:
- Visuelle Wahrnehmungsstörung: Schwierigkeiten, Gegenstände, Farben, Formen oder Entfernungen richtig zu erkennen.
- Auditive Wahrnehmungsstörung: Geräusche oder Sprache werden gehört, aber nicht richtig zugeordnet oder verstanden.
- Taktile Wahrnehmungsstörung: Gegenstände können durch Tasten schwer erkannt werden.
- Agnosie: Bekannte Gegenstände, Personen oder Geräusche werden trotz intakter Sinnesorgane nicht erkannt.
- Neglect: Eine Körper- oder Raumseite wird nicht oder nur unzureichend wahrgenommen, meist nach einer Schädigung der rechten Gehirnhälfte.
- Störungen des Körperschemas (Somatoagnosie): Schwierigkeiten, den eigenen Körper oder einzelne Körperteile richtig wahrzunehmen.
- Prosopagnosie (Gesichtsagnosie): Vertraute Personen können anhand ihres Gesichts nicht erkannt werden.
- Räumliche Wahrnehmungsstörungen: Probleme bei Orientierung, Abstandseinschätzung oder Wegfindung.

Wahrnehmungsstörungen können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Ein gezieltes Training hilft dabei, Fähigkeiten zu verbessern und Strategien für den Alltag zu entwickeln.
Wichtig ist, sich nicht an den Defiziten zu orientieren, sondern an den Fortschritten, die bereits erzielt wurden.