Konfabulationen nach einem Schlaganfall

Konfabulationen nach einem Schlaganfall sind unbewusste Gedächtnislückenfüller, bei denen Betroffene erfundene oder verwechselte Geschichten als Wahrheit erzählen, ohne bewusst zu lügen. Sie treten häufig bei Schädigungen im Frontallappen oder basalen Vorderhirn auf, oft in Verbindung mit Verwirrtheit, Desorientierung oder der Anosognosie

Wichtige Aspekte zu Konfabulationen:

  • Keine böse Absicht: Die Patienten sind fest von der Richtigkeit ihrer Aussagen überzeugt (“ehrliche Lüge”).
  • Ursachen: Meist Folge von Gedächtnisstörungen oder Verwirrtheitszuständen (z.B. Post-Stroke-Delir) nach einem Schlaganfall.
  • Erscheinungsbild: Lücken in der Erinnerung werden mit real wirkenden, aber falschen Details gefüllt.
  • Therapie: Psychotherapie und kognitive Rehabilitation können helfen, die Bewusstheit für die Gedächtnislücken zu verbessern. 

Umgang mit Betroffenen:

  • Nicht korrigieren: Diskussionen vermeiden, da dies oft zu Wut oder Frustration führt.
  • Validieren: Gefühle hinter der Aussage anerkennen, statt die Fakten zu bestreiten.
  • Geduld: Verständnis zeigen, da es sich um eine neurologische Folge des Schlaganfalls handelt, die sich oft nach einiger Zeit bessert. 

Konfabulationen können besonders bei spezifischen Syndromen wie dem Anton-Syndrom (Verleugnung von Blindheit) auftreten.