Das zentrale neuropathische Schmerzsyndrom ist ein chronischer Schmerz, der durch eine direkte Schädigung oder Erkrankung des zentralen Nervensystems (Gehirn, Rückenmark) verursacht wird. Typisch sind brennende, einschießende Schmerzen, oft nach Schlaganfällen, MS oder Rückenmarksverletzungen. Die Behandlung erfolgt meist mit Antidepressiva oder Antiepileptika, da herkömmliche Schmerzmittel selten wirken.
Ursachen und Hintergründe:
- Schlaganfall: Insbesondere Thalamusinfarkte (sog. Central Post-Stroke Pain (CPSP)).
- Erkrankungen/Verletzungen: Multiple Sklerose, Rückenmarksverletzungen, Tumore oder Syringomyelie.
- Mechanismus: Durch die Läsion im Nervensystem verarbeitet das Gehirn Signale fehlerhaft.
Symptome:
- Charakter: Brennend, stechend, einschießend, oft mit Kribbeln (Parästhesien) verbunden.
- Allodynie: Schmerzempfinden bei normalerweise nicht schmerzhaften Reizen (z.B. leichte Berührung).
- Lokalisation: Oft auf einer Körperhälfte (bei Schlaganfall).
Diagnose und Therapie:
- Diagnose: Neurologische Untersuchung zur Identifikation der Nervenschädigung.
- Medikamentöse Therapie: Antidepressiva (z.B. Amitriptylin) und Antiepileptika (z.B. Gabapentin, Pregabalin).
- Nicht-medikamentös: Physiotherapie, Ergotherapie und Neuromodulation (z.B. Tiefe Hirnstimulation).
Der Schmerz tritt oft erst Wochen bis Monate nach dem auslösenden Ereignis auf.