Ein Hirnstamminfarkt ist ein lebensbedrohlicher Schlaganfall, verursacht durch eine Durchblutungsstörung im Hirnstamm, der lebenswichtige Funktionen wie Atmung, Bewusstsein, Herzschlag und Gleichgewicht steuert. Typische Symptome sind Schwindel, Gleichgewichts- und Sehstörungen (Doppelbilder, Pupillenstörungen), Schluck- und Sprechstörungen, Lähmungen (auch gekreuzt), sowie Atemausfälle, was eine sofortige Diagnose (MRT, Angiografie) und Behandlung auf einer Stroke Unit erfordert. Die Prognose hängt stark von Größe und Lage ab, kann aber mit intensiver Rehabilitation verbessert werden.
Ursachen
- Verschluss einer Arterie, die den Hirnstamm versorgt (z. B. durch ein Blutgerinnsel oder Arteriosklerose).
- Risikofaktoren: Bluthochdruck, hoher Cholesterinspiegel, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Rauchen, Alkohol
Symptome (je nach Lokalisation)
- Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Ataxie (Koordinationsstörung).
- Sehstörungen: Doppelbilder (Diplopie), Pupillenstörungen, Blicklähmungen.
- Schluckstörungen (Dysphagie).
- Sprechstörungen (Dysarthrie).
- Halbseitenlähmung oder -gefühlsstörung (manchmal gekreuzt).
- Atem- und Herzrhythmusstörungen.
- Bewusstseinsstörungen bis Koma.
Diagnose
- Dringende neurologische Untersuchung.
- Bildgebung: Computertomografie (CT), Magnetresonanztomografie (MRT) und MR-Angiografie.
Behandlung & Prognose
- Sofortige Einweisung in eine spezialisierte Stroke Unit.
- Therapie zielt auf die Ursache (z. B. Gerinnselauflösung) und die Symptome ab.
- Prognose: Variabel; schwere Fälle können lebensbedrohlich sein, aber intensive Rehabilitation (Physio-, Ergo-, Sprachtherapie) kann die Erholung fördern.
Wichtige Syndrome (Beispiele)
- Wallenberg-Syndrom: Charakterisiert durch Schwindel, Schluck-, Sprechstörungen, einseitige Gefühlsstörungen im Gesicht und am Körper.
- Locked-in-Syndrom: Schwere Lähmung, bei der Betroffene nur noch mit den Augen kommunizieren können.