Unter Somatoagnosie (auch Asomatognosie) versteht man den krankheitsbedingten Verlust der Fähigkeit, Teile des eigenen Körpers wahrzunehmen oder als zum eigenen Körper gehörend zu erkennen. Betroffene empfinden betroffene Gliedmaßen (oft die linke Seite) als fremd oder nehmen sie überhaupt nicht mehr bewusst wahr.
Die Störung ist eng mit Schädigungen im Parietallappen (Scheitellappen) des Gehirns verknüpft, meist in der rechten Hemisphäre, wodurch typischerweise die linke Körperhälfte betroffen ist. Dies tritt häufig als Folge von Schlaganfällen oder neurologischen Erkrankungen auf.
Oft geht die Somatoagnosie mit weiteren Wahrnehmungsstörungen einher, wie beispielsweise:
- Anosognosie: Das Leugnen oder Nichtwahrnehmen der eigenen Krankheit oder Lähmung.
- Somatoparaphrenie: Ein wahnhaftes Gefühl, bei dem die eigene Gliedmaße einer anderen Person zugeordnet wird.
- Neglect: Das Ausblenden oder Ignorieren von Sinneseizen einer Raum- oder Körperseite.