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Externe Ventrikeldrainage (EVD)

Eine externe Ventrikeldrainage (EVD) ist ein neurochirurgisches Verfahren zur temporären Ableitung von Hirnwasser (Liquor) aus den Ventrikeln des Gehirns, um einen erhöhten Hirndruck (intrakranieller Druck, ICP) zu behandeln und zu überwachenEin Katheter wird in die Hirnventrikel eingelegt und mit einem geschlossenen System verbunden, das den Liquor ableitet und den Hirndruck misst. Indikationen für eine EVD sind unter anderem Hydrozephalus (Wasserkopf), schwere Schädel-Hirn-Traumata, Hirnblutungen und Infektionen. 
Zweck und Funktion
  • Ableitung von Liquor:
    Die EVD reduziert den Druck im Schädel, indem sie überschüssiges Hirnwasser über einen Katheter ableitet und sammelt. 
  • Überwachung des Hirndrucks:
    Das System ermöglicht eine kontinuierliche Messung des intrakraniellen Drucks, was für die Behandlung von Hirnschäden entscheidend ist. 
  • Behandlung von Liquorzirkulationsstörungen:
    Das Verfahren kommt bei akuten oder dekompensierten Problemen mit dem Liquorfluss zum Einsatz, z. B. bei einem Hydrozephalus. 
Anwendungsgebiete (Indikationen)
  • Erhöhter Hirndruck:
    Dies ist die häufigste Indikation, um Schäden am Gehirn durch den Druck zu verhindern. 
  • Bei einem “Wasserkopf” durch Blockaden im Liquorfluss kann die EVD den normalen Fluss wiederherstellen. 
  • Nach schweren Kopfverletzungen kann eine EVD notwendig sein, um den Hirndruck zu kontrollieren. 
  • Bei Blutungen im Gehirn kann eine EVD helfen, den Druck zu senken und die betroffenen Bereiche zu überwachen. 
  • Schwere Hirninfektionen können ebenfalls eine EVD erfordern. 
Wie die EVD funktioniert
  1. Einlage:
    Ein neurochirurgischer Eingriff, bei dem ein dünner Katheter steril in das Ventrikelsystem des Gehirns eingeführt wird. 
  2. Druckmessung:
    Der Katheter wird mit einem externen Druckabnehmer verbunden, um den ICP zu messen. 
  3. Ableitung:
    Ein geschlossenes System sammelt den überschüssigen Liquor in einem Beutel. Die Höhe der Tropfkammer kann so eingestellt werden, dass die Ablaufmenge reguliert wird. 
  4. Monitoring:
    Das Pflegepersonal überwacht das System regelmäßig, um Verschlüsse, Überdrainage und den Liquordurchfluss zu kontrollieren. 
Vorteile
  • Temporär: Im Gegensatz zu einem internen Shunt ist die EVD eine vorübergehende Maßnahme.
  • Kontinuierliche Überwachung: Eine präzise Steuerung und Überwachung des Hirndrucks ist möglich. 
  • Behandlung von Komplikationen: Komplikationen wie Blutungen oder Infektionen können behandelt oder präventiv gemanagt werden.