dysexekutives Syndrom

Das dysexekutive Syndrom ist ein Überbegriff für kognitive, emotionale und Verhaltensstörungen, die durch Schädigungen im Frontalhirn entstehen und sich in Problemen mit Planung, Organisation, Problemlösung, Impulskontrolle und Flexibilität zeigen, was zu unorganisiertem Verhalten, mangelnder Motivation oder Persönlichkeitsveränderungen führt und die Alltagsbewältigung erschwert. Es äußert sich oft in Unorganisiertheit, Impulsivität, perseverativem Verhalten (Nicht-Aufhören-Können), Störungen der Aufmerksamkeit und des Arbeitsgedächtnisses sowie verminderter Selbstwahrnehmung der Probleme.
Hauptmerkmale und Symptome
  • Planung & Organisation: Schwierigkeiten, komplexe Handlungen zu planen, zu initiieren und zu überwachen.
  • Kognitive Flexibilität:  Unfähigkeit, das Verhalten bei sich ändernden Umständen anzupassen
  • Impulskontrolle: Schwierigkeiten, automatische Reaktionen zu unterdrücken.
  • Aufmerksamkeit: Erhöhte Ablenkbarkeit durch störende Reize.
  • Motivation & Antrieb: Mangelnde Motivation oder Apathie (Antriebslosigkeit).
  • Verhalten: Unorganisiertheit, sozial unangemessenes Verhalten, Persönlichkeitsveränderungen.
  • Selbstwahrnehmung: Oft vermindertes Bewusstsein für die eigenen Defizite (Unawareness).
Ursachen
Das Syndrom tritt häufig nach Schädigungen des Frontalhirns auf, zum Beispiel durch: 
  • Traumatische Hirnverletzungen (TBI)
  • Schlaganfälle
  • Tumore
  • Neurodegenerative Erkrankungen (z.B. Demenz, ADHS). 
Bedeutung
  • Alltagsbewältigung: Erschwert die Selbstständigkeit im Alltag und die berufliche Wiedereingliederung erheblich.
  • Früher Begriff: Früher oft als „Frontalhirnsyndrom“ oder „Hirnorganisches Psychosyndrom“ bezeichnet, aber „dysexekutives Syndrom“ betont die Funktionseinschränkung, nicht nur den Ort. 
Diagnose & Therapie
  • Diagnostik und Rehabilitation sind wichtig, um Bewältigungsstrategien (z.B. kognitives Training) zu entwickeln.