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Photophobie

Eine Photophobie (Lichtempfindlichkeit) ist eine der häufigsten und belastendsten neurologischen Folgeerscheinungen nach einer Hirnverletzung, wie einem Schädel-Hirn-Trauma (SHT) oder einer Gehirnerschütterung. Schätzungen zufolge leiden bis zu 50 % aller Patientinnen und Patienten nach einer Kopfverletzung unter einer gestörten Lichtverarbeitung.
Warum führt eine Hirnverletzung zu Photophobie?
Das Problem liegt meist nicht an den Augen selbst, sondern an der Verarbeitung der visuellen Reize im Gehirn
  • Reizfilter-Störung: Nach einem Trauma verliert das Gehirn oft die Fähigkeit, unwichtige Umweltreize zu filtern. Das visuelle System ist quasi überaktiv und permanent im „Dauerstress“.
  • Trigeminale Übererregbarkeit: Der Trigeminusnerv, der Schmerzsignale aus dem Kopf- und Augenbereich leitet, ist eng mit den visuellen Bahnen verknüpft. Eine Fehlregulation führt dazu, dass normales Licht im Gehirn als physischer Schmerz registriert wird.
  • Visuelle Koordinationsprobleme: Häufig ist nach einem SHT das Zusammenspiel beider Augen (binokulares Sehen) gestört. Die Anstrengung, Bilder scharf zu stellen, verstärkt die Blendempfindlichkeit extrem. 
Begleitsymptome
Oft tritt die Photophobie nicht isoliert auf, sondern ist Teil eines sogenannten postkommotionellen Syndroms:
  • Dumpfe oder migräneartige Kopfschmerzen
  • Schnelle Ermüdbarkeit und Erschöpfung (Fatigue) bei Bildschirmarbeit
  • Schwindel und Konzentrationsstörungen