Pyramidenbahnzeichen sind pathologische Reflexe und neurologische Phänomene, die auf eine Schädigung des 1. Motoneurons (der Pyramidenbahn im Gehirn oder Rückenmark) hinweisen. Bei Erwachsenen sind sie krankhaft, bei Säuglingen jedoch aufgrund der noch nicht ausgereiften Nervenbahnen physiologisch. Das wichtigste Zeichen ist der Babinski-Reflex.
Die wichtigsten Pyramidenbahnzeichen:
- Babinski-Reflex: Der Goldstandard. Bei Bestreichen der Fußsohlenaußenseite kommt es zu einer Dorsalextension (Heben) der Großzehe, oft begleitet von einem Spreizen der anderen Zehen.
- Oppenheim-Reflex: Kräftiges Bestreichen der Schienbeinkante von oben nach unten löst eine Dorsalextension der Großzehe aus
- Gordon-Reflex: Kompression der Wadenmuskulatur führt zur Zehenreaktion wie beim Babinski.
- Chaddock-Reflex: Bestreichen des äußeren Fußrandes unterhalb des Knöchels.
- Strümpell-Zeichen: Dorsalextension des Fußes bei gebeugtem Knie.
- Wartenberg-Zeichen (oberes Extremität): Adduktion/Flexion des Daumens bei ineinander verschränkten Fingern.
- Kloni: Ein nicht erschöpfbarer Fuß- oder Handklonus gilt ebenfalls als Zeichen einer Pyramidenbahnschädigung.
Pyramidenbahnzeichen können auf strukturelle Schäden wie einen Schlaganfall, Hirntumore, Multiple Sklerose oder funktionelle Störungen (z.B. nach einem epileptischen Anfall) hindeuten.