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Thalamussyndrom

Das Thalamussyndrom (oft Déjerine-Roussy-Syndrom) ist eine neurologische Symptomkonstellation, die durch eine Schädigung des Thalamus, meist infolge eines Schlaganfalls (Thalamusinfarkt), entsteht. Es ist charakterisiert durch schwer behandelbare, brennende Dauerschmerzen (zentraler Schmerz), Missempfindungen (Allodynie, Hyperalgesie) sowie Sensibilitätsstörungen auf der Gegenseite des Infarkts.
Kernmerkmale und Symptome:
  • Schmerzsyndrom: Häufigster Bestandteil sind neuropathische, brennende Dauerschmerzen, oft verbunden mit kribbelnden Missempfindungen.
  • Sensibilitätsstörungen: Verminderte Schmerz- und Temperaturempfindung sowie Störungen der Tiefensensibilität auf der Gegenseite.
  • Allodynie/Hyperalgesie: Nicht schmerzhafte Reize werden als schmerzhaft (Allodynie) oder normale Reize als übermäßig schmerzhaft (Hyperalgesie) empfunden.
  • Bewegungsstörungen: Kontralaterale choreatisch-athetotische Bewegungsunruhe, Hemiataxie oder Ruhetremor.
  • Weitere Symptome: Teilweise affektive Labilität, Thalamushand (Kontraktur) oder thalamische Aphasie.
Das Syndrom kann zeitverzögert, Monate nach dem eigentlichen Infarkt, auftreten und verläuft chronisch. Die Behandlung gestaltet sich schwierig und erfordert neurologische Schmerztherapie.