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Mikroglia

Mikroglia sind die spezialisierten Immunzellen (Gewebsmakrophagen) des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark), die etwa 10–15 % der Gliazellen ausmachen. Sie fungieren als Wächter, die durch Phagozytose (Fressen) Ablagerungen und Krankheitserreger beseitigen, Synapsen formen und bei Verletzungen eine Entzündungsreaktion starten.
Hauptfunktionen und Eigenschaften:
  • Wächterfunktion: Im Ruhezustand tasten sie mit verästelten Fortsätzen ständig ihre Umgebung ab.
  • Aktivierung: Bei Infektionen oder Verletzungen wandeln sie sich in eine amöboide Form um, wandern zur Schadstelle und setzen Zytokine frei.
  • Synaptisches Pruning: Sie eliminieren überschüssige oder schwache Synapsen und tragen so zur neuronalen Plastizität bei.
  • Herkunft: Sie stammen nicht aus dem Knochenmark, sondern entwickeln sich aus primitiven Myeloid-Vorläufern im Dottersack während der Embryonalentwicklung.
Bedeutung bei Erkrankungen:
Eine chronische Überaktivierung der Mikroglia kann zu Nervenschäden führen und wird mit neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson, Multipler Sklerose und ALS in Verbindung gebracht. Forschungsansätze zielen darauf ab, aktivierte Mikroglia in den Ruhezustand zurückzuführen, um schädliche Entzündungen zu stoppen.