Ein paramedianer Infarkt ist ein Schlaganfall nahe der Mittellinie, meist im Pons (Brücke) oder Thalamus, verursacht durch Verschluss kleiner, tief liegender Arterien. Typisch sind kontralaterale Lähmungen, Hirnnervenausfälle (Blickparese, Schwindel) oder Bewusstseinsstörungen. Behandelt wird auf der Stroke Unit, oft mit Thrombolyse, um bleibende Hirnstammsyndrome zu vermeiden.
Paramedianer Ponsinfarkt
- Ursache: Verschluss kleiner, rechtwinklig abgehender Äste der Arteria basilaris (Rami ad pontem), oft durch Atherosklerose.
- Symptome: Kontralaterale (gegenseitige) Hemiparese (Lähmung), häufig mit Fazialisparese, Dysarthrie (Sprechstörung), seltener Hemiataxie.
- Verlauf: Oft progredient (zunehmend) durch Plaquestabilität oder Ödem, “Reifung” des Infarkts.
Paramedianer Thalamusinfarkt
- Ursache: Verschluss paramedianer Arterien aus dem P1-Segment der Arteria cerebri posterior.
- Symptome: Akute Bewusstseinsstörung, Gedächtnisstörungen, vertikale Blickparese, thalamische Aphasie.
Diagnose und Therapie
- Bildgebung: MRT (Magnetresonanztomografie) ist sensitiver als CT zum Nachweis der kleinen Läsionen.
- Akuttherapie: Intravenöse Thrombolyse innerhalb des Zeitfensters (3-4,5 Stunden).
- Langzeit: Intensivierte Thrombozytenfunktionshemmung (z.B. ASS + Clopidogrel).
- Prognose: Variabel; kann zu schweren bleibenden Behinderungen oder Locked-in-Syndrom führen, aber auch geringe Defizite zeigen.