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Hirnstamm

Der Hirnstamm ist eine zentrale Struktur, die das Großhirn mit dem Rückenmark verbindet und aus dem Mittelhirn, der Brücke (Pons) und dem verlängerten Mark (Medulla oblongata) besteht. Er ist für die Steuerung lebensnotwendiger Funktionen wie Atmung, Blutdruck und Herzschlag verantwortlich und enthält die Kerngebiete der meisten Hirnnerven. Die wichtigsten Synonyme sind Truncus encephali oder Truncus cerebri. Aufbau und Lage Lage: Unterhalb des Zwischenhirns … Weiterlesen

Hirnstamminfarkt

Ein Hirnstamminfarkt ist ein lebensbedrohlicher Schlaganfall, verursacht durch eine Durchblutungsstörung im Hirnstamm, der lebenswichtige Funktionen wie Atmung, Bewusstsein, Herzschlag und Gleichgewicht steuert. Typische Symptome sind Schwindel, Gleichgewichts- und Sehstörungen (Doppelbilder, Pupillenstörungen), Schluck- und Sprechstörungen, Lähmungen (auch gekreuzt), sowie Atemausfälle, was eine sofortige Diagnose (MRT, Angiografie) und Behandlung auf einer Stroke Unit erfordert. Die Prognose hängt stark von Größe und Lage ab, kann aber mit intensiver Rehabilitation verbessert … Weiterlesen

Hirnverletzung

Eine Hirnverletzung (oft als Schädel-Hirn-Trauma, SHT) ist eine Schädigung des Gehirns, verursacht durch äußere Gewalteinwirkung (Unfall, Sturz) oder innere Faktoren (Schlaganfall, Tumor). Sie führt zu körperlichen, kognitiven und verhaltensbezogenen Einschränkungen, die oft unsichtbar bleiben. Symptome reichen von Kopfschmerzen bis zu schweren Behinderungen. Wichtige Aspekte der Hirnverletzung: Ursachen: Häufig durch Schlaganfälle, Hirnblutungen, Sauerstoffmangel oder Stürze/Verkehrsunfälle (Schädel-Hirn-Trauma). Formen (SHT): Unterscheidung in … Weiterlesen

Histamin

Histamin ist ein körpereigener Stoff, der als Botenstoff an vielen Prozessen wie allergischen Reaktionen, Entzündungen, dem Schlaf-Wach-Rhythmus, der Regulierung des Blutdrucks und der Magensaftproduktion beteiligt ist. Es kommt auch in vielen Lebensmitteln vor, insbesondere in gereiften oder fermentierten Produkten. Ein Übermaß an Histamin kann bei einer Unverträglichkeit, der sogenannten Histaminintoleranz, zu Symptomen wie Kopfschmerzen, Hautrötungen, Magen-Darm-Beschwerden oder … Weiterlesen

Homöostase

Der Begriff Homöostase beschreibt in der Physiologie die Aufrechterhaltung weitgehend konstanter Verhältnisse in einem offenen System. Homöostase erzeugt ein dynamisches Gleichgewicht und ist damit ein essenzielles Prinzip für die Lebenserhaltung und Funktion eines Organismus oder eines Organs. Das zugehörige Adjektiv lautet homöostatisch.

Hormon

Hormone sind körpereigene chemische Botenstoffe, die von verschiedenen Drüsen und Zellen produziert und über das Blut im Körper verteilt werden, um Signale zwischen Zellen zu übertragen. Sie sind für viele lebenswichtige Prozesse wie Wachstum, Stoffwechsel, Fortpflanzung, Blutdruck und Stimmung verantwortlich und wirken auf spezifische Zielzellen, indem sie deren Funktionen beeinflussen. Beispiele sind Insulin zur Blutzuckerregulation oder Adrenalin … Weiterlesen

Horner-Syndrom

Das Horner-Syndrom betrifft eine Seite des Gesichts und verursacht ein Herabhängen des Lids, eine Verengung der Pupille und erhöhte Schweißbildung. Die Ursache ist ein Riss in den Nervenfasern, die das Auge mit dem Gehirn verbinden.

Humerus

Der Humerus (Oberarmknochen) ist der lange Röhrenknochen des Oberarms, der vom Schultergelenk bis zum Ellenbogengelenk reicht und die Verbindung zwischen Schulterblatt (Scapula) und Unterarmknochen (Radius und Ulna) bildet. Er ist essenziell für die Beweglichkeit des Arms und gliedert sich in ein proximales Ende (mit Kopf und Hals), den Humerusschaft (Corpus humeri) und ein distales Ende (das … Weiterlesen

Hydration

Hydration (oft Hydratation) bezeichnet die Anlagerung von Wassermolekülen an Ionen oder Moleküle. Im Alltag steht es für die Flüssigkeitsversorgung des Körpers, essenziell für Stoffwechsel, Temperaturregelung und Leistung. Synonyme sind Flüssigkeitszufuhr, Wasseranlagerung oder Hydratisierung. Beispiele sind Trinken, Backen (Teigfeuchte) und Betonhärtung. Wichtige Aspekte der Hydration: Biologische Hydration (Körper): Ausreichend Wasser ist entscheidend für die kognitive Leistung, Hautelastizität und … Weiterlesen

Hydrocephalus

Bei einem Hydrocephalus sammelt sich Gehirnwasser in den Hirnkammern an. Ein häufiger Grund dafür ist, dass das Gehirnwasser, auch Liquor genannt, aufgrund eines Engpasses nicht abfliessen kann. Der Hirndruck steigt und die Hirnkammern erweitern sich. Die Symptome hängen davon ab, in welchem Alter der Hydrocephalus auftritt. Bei Babys und kleinen Kindern vergrössert sich der Kopf, … Weiterlesen

Hypästhesie

Als Hypästhesie bezeichnet man in der Neurologie eine Sensibilitätsstörung mit herabgesetzter Druck- bzw. Berührungsempfindung – vor allem im Bereich der Haut.

Hyperarousal

Hyperarousal ist ein Zustand extremer, anhaltender Übererregung des Nervensystems, oft ausgelöst durch Traumata (PTBS), Stress oder ADHS. Betroffene erleben einen “Dauer-Alarmzustand” mit Symptomen wie Schlaflosigkeit, Hypervigilanz (erhöhte Wachsamkeit), Schreckhaftigkeit, Reizbarkeit und körperlichen Reaktionen (Herzrasen, Bluthochdruck, Schwitzen). Die Behandlung umfasst Psychotherapie, Stressmanagement und Medikamente.

Hyperkaliämie

Eine Hyperkaliämie ist ein potenziell lebensbedrohlicher, erhöhter Kaliumspiegel im Blut (meist >5,0 mmol/l), der oft durch Nierenerkrankungen oder Medikamente (z.B. ACE-Hemmer, Spironolacton) verursacht wird. Sie führt zu Herzrhythmusstörungen, Muskelschwäche oder Lähmungen. Die Therapie umfasst kaliumarme Ernährung, Medikamentenanpassung, Kaliumbinder oder im Notfall die Dialyse. Ursachen und Risikofaktoren Verminderte Nierenausscheidung: Hauptursache (chronische Niereninsuffizienz). Medikamente: ACE-Hemmer, Angiotensin-Rezeptor-Blocker (ARB), Aldosteron-Antagonisten, NSAR. Freisetzung … Weiterlesen

Hyperlipidämie

Hyperlipidämie ist eine häufige Fettstoffwechselstörung mit erhöhten Cholesterin- oder Triglyzeridwerten im Blut. Sie verläuft oft symptomlos, steigert aber das Risiko für Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall. Die Behandlung basiert primär auf Ernährungsumstellung (ballaststoffreich, wenig gesättigte Fette), Bewegung und selten Medikamenten (z.B. Statine).

Hyperpathie

Hyperpathie ist eine neurologische Erkrankung, bei der die Schmerzempfindung verstärkt ist und eine übermäßige Reaktion auf Reize – sowohl schmerzhafte als auch nicht-schmerzhafte – auslöst, die zu einem anhaltenden und diffusen Schmerz führt. Sie ist durch eine erhöhte Reizschwelle gekennzeichnet, wobei die Schmerzen nach dem Reiz deutlich verstärkt, verzögert und lang anhaltend sind. Charakteristisch ist ein Nachhallen der … Weiterlesen

Hyperton

Bezüglich der Muskelaktivität bedeutet “hyperton”, dass die Spannung der Muskulatur, d.h. der Muskeltonus unphysiologisch erhöht ist.

Hypertonie

Bluthochdruck wird oft als „stiller Killer“ bezeichnet, da er häufig lange Zeit keine Symptome verursacht. Wenn Symptome auftreten, können dies Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Schlafstörungen und Ohrensausen sein. Bei stark erhöhtem Blutdruck können auch Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, Sehstörungen oder Nasenbluten auftreten. Eine frühzeitige Erkennung ist wichtig, da unbehandelter Bluthochdruck das Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt und Organschäden erhöht.  Häufige Symptome bei Bluthochdruck:  Kopfschmerzen: Oft … Weiterlesen

Hypervigilanz

Hypervigilanz ist ein Zustand extremer, anhaltender Wachsamkeit und erhöhter Schreckhaftigkeit, bei dem Betroffene ihre Umgebung ständig nach Gefahren scannen. Als Leitsymptom der PTBS oder bei Angststörungen führt sie zu körperlicher Erschöpfung, Schlafstörungen und sozialem Rückzug durch ständige Alarmbereitschaft.

Hypophyse

Die Hypophyse, auch Hirnanhangsdrüse genannt, ist eine erbsengroße Drüse an der Schädelbasis, die als zentrale Schaltstelle des Hormonsystems fungiert. Sie produziert eine Vielzahl von Hormonen, die das Wachstum, den Stoffwechsel sowie die Funktion anderer Drüsen wie der Schilddrüse und der Nebennieren steuern. Eine bekannte medizinische Nutzung ist die Entfernung von Tumoren, die durch die Nase … Weiterlesen

Hyposmie

Hyposmie ist eine teilweise Minderung des Geruchssinns, die häufig als Geschmacksstörung wahrgenommen wird und oft durch virale Infekte (COVID-19, Erkältung), Nasennebenhöhlenerkrankungen, Rauchen oder neurologische Erkrankungen (Parkinson, Alzheimer) verursacht wird. Die Behandlung basiert auf der Ursachentherapie (z.B. Kortison-Nasenspray), Riechtraining oder selten Operationen.