Die Mamillarkörper (Corpora mamillaria) sind zwei kleine, paarige, brustwarzenähnliche Strukturen an der Hirnbasis (Zwischenhirn/Diencephalon, Hypothalamus). Sie sind Teil des limbischen Systems und fungieren als wichtige Schaltstelle im Papez-Kreis für episodisches Gedächtnis und Lernvorgänge, wobei sie Fasern vom Hippocampus über den Fornix erhalten.
Wichtige Fakten zu den Mamillarkörpern:
- Lage: Sie befinden sich an der Unterseite des Hypothalamus, hinter dem Hypophysenstiel und zwischen den Großhirnschenkeln.
- Funktion: Wesentlich beteiligt an Gedächtnisfunktionen, insbesondere dem episodischen Gedächtnis.
- Verbindungen: Sie erhalten Informationen aus dem Hippocampus und leiten diese über den Fasciculus mammillothalamicus an den Thalamus weiter.
- Klinische Relevanz: Schädigungen (z.B. durch Vitamin-B1-Mangel bei Wernicke-Korsakow-Syndrom) führen zu schweren Gedächtnisstörungen. Bei Alzheimer sind sie trotz hippokampaler Störungen oft relativ geschont.
- Struktur: Bei Primaten paarig, bei vielen anderen Säugetieren unpaarig.
Die Bezeichnung stammt vom Lateinischen mamilla (Brustwarze), da die Strukturen eine ähnliche Form aufweisen.